DGB: Gewalt gegen Beschäftigte nicht weiter tabuisieren

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Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) warnte am Freitag in Berlin davor, dass Übergriffe gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes verstärkt zum Alltag gehören.

DGB-Chef Hoffmann sagte bei einer Tagung in Berlin, Vorgesetzte dürften die Gewalt gegen Beschäftigte nicht länger tabuisieren und Mitarbeiter nicht alleine lassen. Zur Verbesserung der Situation sollten Gefährdungsanalysen vorgenommen und Daten zu Übergriffen erfasst werden.

Berlin. Gewalt gegen Polizisten und andere Staatsbedienstete nimmt laut Bundesregierung und Gewerkschaften immer mehr zu. Allein im letzten Jahr seien rund 72.000 Polizisten Angriffen ausgesetzt gewesen.

Der Beamtenbund (dbb) kritisiert ebenfalls, dass Vorfälle auf Drängen von Vorgesetzten unter den Teppich gekehrt würden. Die Beschäftigten dürften nicht zu Sündenbocken für eine Politik gemacht werden, die eine wachsende Zahl von Menschen ausgrenze. "Die Übergänge von verbaler zu physischer Gewalt sind fließend, Exzesse mit Todesfolge machen uns das von Zeit zu Zeit dramatisch bewusst", hatte dbb-Chef Klaus Dauderstädt bereits im April erklärt. Nicht überall seien rote Alarmknöpfe unter dem Schreibtisch hilfreich. Nötig seien bessere bauliche oder personelle Schutzvorkehrungen. Zuvor war dies nur bei Vollstreckungshandlungen möglich. Schon heute fehlten über 110.000 Bedienstete. Hoffmann stellte einen Zusammenhang zwischen den Problemen im öffentlichen Dienst und Polarisierung zwischen Arm und Reich in Deutschland her. Die Schere zwischen Arm und Reich öffne sich immer weiter.

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