Gorbatschow würdigt Helmut Kohl in einem Nachruf

Einstellen Kommentar Drucken

Berlin. Er war nicht nur der Kanzler der Deutschen Einheit, sondern auch ein Wegbereiter der Europäischen Union.

Kohl habe die historische Chance zur deutschen Wiedervereinigung ergriffen, betonte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel.

Der einstige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow verwies auf Kohls Rolle bei der Überwindung der Teilung Deutschlands. Er sehe in Kohl eine "der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa", erklärte Bush weiter. Gedacht ist an eine Trauerfeier und Würdigung mit allen Spitzen der Europäischen Union sowie mit Weggefährten des gestorbenen Altkanzlers. "Das Europa, in dem wir heute leben, wäre ohne Helmut Kohl nicht denkbar", schrieb Schulz in einem Gastbeitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Für die besondere Ehrung eines europäischen Staatsaktes hat sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker persönlich stark gemacht.

Unklar war zunächst, wann und wo es einen Staatsakt für Kohl geben wird.

Die früheren US-Präsidenten George Bush sen. und Bill Clinton würdigten Kohl ebenso wie der russische Präsident Wladimir Putin.

Thatchers spätere Nachfolgerin Theresa May würdigte Kohl nun als "einen Giganten der europäischen Geschichte" und "den Vater des modernen Deutschland". Im Anschluss soll Kohls Sarg mit dem Schiff über den Rhein nach Speyer gebracht werden – so wie 1967 die sterblichen Überreste des ersten Bundeskanzlers Konrad Adenauer mit dem Schiff über den Rhein gebracht worden war. Kohl regierte von 1982 bis 1998 als Bundeskanzler - 16 Jahre, so lange wie bisher niemand vor und nach ihm.

Kohl hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit Gorbatschow sowie den Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Seit einem Sturz und Schädel-Hirn-Trauma 2008 war Kohl schwer krank, saß im Rollstuhl und konnte nur schwer sprechen.

Der Staatsakt zu Ehren des Gestorbenen wird voraussichtlich in seiner Heimat Rheinland-Pfalz stattfinden. Zuletzt hatte der schon schwer kranke Kohl den Ungarn im April 2016 in seinem Haus in Oggersheim empfangen.

Comments