Griechenland braucht 7,5 Milliarden Euro - und appelliert an Schäuble

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Athen braucht aus seinem europäischen Rettungsprogramm bis Juli rund 7,5 Milliarden Euro, um Altschulden zurückzuzahlen.

Vor dem Treffen der Eurogruppe hat Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) appelliert, seinen Widerstand gegen baldige Schuldenerleichterungen für Athen aufzugeben. Eine Kursänderung sei mehr als überfällig, sagte Bundestags-Fraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. "Es wäre schade, wenn Wolfgang Schäuble der einzige wäre, der sich nicht an die Absprachen hält", sagte er dem "Handelsblatt". "Die nun weiter bestehende Unsicherheit wird der griechischen Wirtschaft schaden. Und wir haben weitere Verunsicherung in der Eurozone vermieden". Erleichtert zeigte sich der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos und sagte: "Jetzt gibt es Licht am Ende des Tunnels".

Am Donnerstag berät die Eurogruppe über die Auszahlung einer neuen Kredittranche für das hoch verschuldete Griechenland.

Es gehe nicht darum, Schulden zu streichen, sondern Zinsen zu verringern oder die Laufzeiten der Hilfskredite zu verlängern. Damit waren die Gläubiger zufrieden.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert schon jetzt Schuldenerleichterungen für das Land. Der IWF legt formal ein eigenes Kreditprogramm auf, zahlt aber zunächst kein Geld aus.

Zudem wird den Angaben des Euro-Zonen-Vertreters zufolge als Teil möglicher Schuldenerleichterungen zum Ende des Hilfsprogramms 2018 erwogen, Griechenland einen Aufschub bei der Rückzahlung weiterer Kredite von 15 Jahren zu gewähren.

Der IWF fürchtet, dass die Schuldenlast Griechenlands von derzeit 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ohne weitere Unterstützung nicht auf Dauer tragbar ist.

Der Minister wollte jedoch ursprünglich, dass der IWF sich auch finanziell sofort beteiligt.

Dazu sagte Schäuble, das sei eine "gewisse Abweichung von dem, was beschlossen war". Sollte der Haushaltsausschuss der Auffassung sein, dass eine "wesentliche Änderung" des 2015 aufgelegten Hilfsprogramms vorliege, müsste das Plenum des Bundestags sich mit einem neuen Mandat befassen.

Schäuble verwies auf die allmähliche konjunkturelle Erholung im Land: "Wir gehen zuversichtlich davon aus, dass das Ziel des Programms erreicht wird, dass Griechenland am Ende des Programms wieder Zugang zu den Finanzmärkten hat". "Die nochmalige Kürzung von Kleinrenten und Steuererhöhungen für Niedriglöhner sind eine Schande", meinte Giegold. Doch dürften die harten Bedingungen nicht verschwiegen werden.

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