Griechenland-Hilfen: Der große Kraftakt ist gelungen

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Andererseits will die Bundesregierung auf keinen Fall akzeptieren, dass der IWF im Zuge dieser strengen Beurteilung Griechenlands Schuldenlast für unerträglich hält und deswegen Abstriche bei den Forderungen der Gläubiger fordert.

Der Haken: Der Internationale Währungsfonds (IWF), dessen Beteiligung am Rettungspaket Schäuble dem Bundestag mehrfach versprochen hatte, gibt noch immer kein eigenes Geld. Damit soll ein Staatsbankrott im Sommer abgewendet werden.

Das hoch verschuldete Land hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber.

Er äußerte die Erwartung, dass das laufende Hilfsprogramm ausreiche und sich Griechenland danach wieder an den Kapitalmärkten finanzieren könne. Er argumentiert, dass Griechenland so günstige Kreditkonditionen erhalten hat, dass weitere Schuldenerleichterungen keinen Effekt hätten. Athen benötigt das Geld, weil es im Juli Altkredite über 7,4 Milliarden Euro ablösen muss. Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem sprach von einem "großen Schritt nach vorn".

Begleitet wurden die Luxemburg-Verhandlungen von Protesten in Athen. Immerhin wirkte der Fonds am Hilfsprogramm beratend mit.

Berlin. "Griechenland hat geliefert - die Eurogruppe aber hat das eigentliche Problem erneut vertagt". Dann werde sich das Land wirtschaftlich erholen. Es reiche nicht, dass der IWF sich symbolisch beteilige oder mit am Tisch sitze. "Wir schlagen eine neue Seite auf", twitterte der Chef der linken Syriza-Partei.

Die Finanzminister der Eurozone sagten Griechenland 8,5 Mrd. Zufrieden mit dem gerade erreichten Kompromiss über die Griechenland-Hilfen? Der Minister habe den Beschluss für Schuldenerleichterung hinausgezögert, sagte er im Deutschlandfunk. Sie werde dem Führungsgremium des IWF eine "Genehmigung im Prinzip für ein Stand-by-Programm für Griechenland" vorschlagen.

Weil der vom IWF geforderte Schuldenerlass für Griechenland den deutschen Wählern im Bundestagswahlkampf nicht zu vermitteln ist, wird der IWF zwar bei einem neuen "vorsorg-lichen Beistandsabkommen" für Griechenland dabei sein, das 2 Milliarden Dollar umfassen und zur gleichen Zeit wie das derzeitige dritte Griechenland-Rettungspaket des ESM im August 2018 enden soll. Bislang sind aus diesem Programm knapp 32 Milliarden Euro geflossen.

Allerdings ist offen, ob der IWF jemals Geld auszahlen wird.

"Niemand behauptet, dass das die beste Lösung ist", sagte Lagarde. Sonst droht dem Land der Staatsbankrott. Anders sieht das der SPD-Haushaltsexperte Johannes Kahrs, der für eine Debatte im Parlamentsplenum plädierte.

Unter anderem der Haushaltsausschuss des Bundestages wurde am Freitag über den Kompromiss informiert.

Um die Auszahlung der Tranche war lange gerungen worden.

Er und auch der italienische Finanzminister Pier Carlo Padoan hätten dies beim Treffen in der Eurogruppe am Donnerstag "sehr klar" gesagt.

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