Jury nimmt Beratungen im Cosby-Prozess wieder auf

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Nach einem weiteren langen Tag für die Jury ist in Bill Cosbys Missbrauchsprozess immer noch kein Urteil gefallen.

Die zwölf Geschworenen hätten nach 29-stündigen Beratungen in keinem der drei Anklagepunkte die erforderliche Einstimmigkeit erzielt, verlautete aus dem Gericht in Norristown.

Zuvor hatten die fünf Frauen und sieben Männer aus der Jury erklärt, sich nicht einigen zu können. Sollten die Geschworenen sich nicht einigen, könnte Richter Steven O'Neill sie auffordern, weitere Anläufe dafür zu machen.

O'Neill forderte die Geschworenen laut "Philadelphia Inquirer" auf, nicht zu zögern, die eigenen Ansichten nochmals zu überprüfen oder die Meinung zu ändern, sofern diese fehlerhaft sein sollte. Bei einem Schuldspruch könnte Cosby, der die Vorwürfe bestreitet, den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. "Es ist kriminell", so Staatsanwalt Kevin Steele.

Bis zu einer Neuauflage des Prozesses würde Cosby wohl auf freiem Fuß bleiben. Er hatte nach seiner Verhaftung im Dezember 2015 eine Kaution von einer Million Dollar hinterlegt. Zehn Frauen haben vor mehreren Zivilgerichten Klagen gegen Cosby eingereicht und verlangen Schadenersatz.

Der Schauspieler wird beschuldigt im Jahr 2004 Andrea Constand (44) unter Drogen gesetzt und anschließend sexuell missbraucht zu haben. Verteidiger Brian McMonagle sagte dabei, dass Cosby und die Klägerin ein Liebespaar gewesen seien, dass "romantische Intermezzi" gehabt habe.

Eine Entscheidung im Cosby-Fall steht weiterhin aus. Da die meisten Anschuldigungen aber verjährt sind, beschränkt sich der Strafprozess in Norristown auf einen einzigen Fall.

Cosbys Sprecher Andrew Wyatt beklagte am Dienstag, dass dem Entertainer ein fairer Prozess verwehrt worden sei, weil die Aussage einer wichtigen Zeugin nicht zugelassen wurde. Der 79-Jährige hingegen behauptet, der sexuelle Kontakt sei im gegenseitigen Einvernehmen geschehen.

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