Michael Lohscheller ist neuer Opel-Chef

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Der bisherigen Unternehmensmutter GM war das in der Vergangenheit zu teuer.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung hatte bereits unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, dass Neumann gehen werde. Möglicherweise spielt er mit dem Gedanken, erneut zum VW-Konzern zurückzukehren, manche sehen ihn schon als Nachfolger des angeschlagenen Audi-Chefs Rupert Stadler. Neumann habe die Qualitäten, es sei ihm bislang aber leider nicht gelungen, Opel nachhaltig in die Gewinnzone zu führen. Man dürfe bei einer Volumen-Marke wie Opel die konventionellen Antriebe nicht so stark vernachlässigen, weil sie zu dem Zeitpunkt noch das weitaus größere Geschäftsfeld sein könnten. Er drückte damit gleichzeitig etwas verklausuliert aus, dass Opel das für 2016 avisierte Ziel, schwarze Zahlen zu schreiben, verpasst hat.

Karl-Thomas Neumann ist als Vorsitzender der Geschäftsführung von Opel zurückgetreten. Er bleibe Mitglied der Geschäftsführung, bis der Verkauf der bisherigen GM-Tochter an PSA umgesetzt sei. Ein Opel-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Grundsätzlich kommentieren wir keine Personalspekulationen".

Lohscheller kommt zugute, dass er in diesen Unternehmen Einblicke in verschiedene Abteilungen sammelte, unter anderem auch in die Logistik und den Einkauf. Vor drei Monaten klang Neumann da noch ganz anders: Da lobte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit PSA die Chancen, die sich durch das Zusammengehen mit den Franzosen ergeben.

"Unter der Führung von Dr. Karl-Thomas Neumann haben wir enorme Fortschritte beim Turnaround von Opel/Vauxhall erzielt", bescheinigte Aufsichtschef Dan Ammann dem bisherigen Chef. "Es ist ein schwierige, persönliche Entscheidung gewesen", sagte er. Bei Volkswagen wäre es der dritte Antritt für den 56-jährigen studierten Elektrotechnik-Ingenieur. Er hat in Dortmund und Duisburg studiert und war von 1999 bis 2004 und von 2009 bis 2012 bei Volkswagen unter Vertrag. Vor dreizehn Jahren folgte der Wechsel zum Autozulieferer Continental, den er von August 2008 bis August 2009 als Vorstandsvorsitzender führte. Wegen seiner Affinität zur Elektromobilität würde der Niedersache Branchenexperten zufolge gut zu Audi passen. Damit werde die Kontinuität für das Geschäft und alle Stakeholder des Automobilherstellers gesichert - ebenso wie ein nahtloser Übergang des Unternehmens an PSA mit der wichtigsten Aufgabe, einen neuen strategischen Plan für Opel zu erarbeiten, so Opel.

Binnen 24 Stunden nach Bekanntwerden von Neumanns Abgang hat Opel offenbar in Abstimmung mit dem künftigen Eigner PSA die Nachfolge geregelt. Schließlich entstehe zusammen mit PSA ein europäischer Champion. Und die Vorgaben der Franzosen sind eindeutig: Opel müsse spätestens 2020 Gewinn machen, bekräftigte PSA-Chef Carlos Tavares im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag).

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