Opfer-Angehörige verklagen nach NSU-Terror den Staat

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Zwei Familien von NSU-Mordopfern verklagen den Staat auf Schadenersatz - wegen der Pannen bei der Fahndung nach dem NSU-Trio Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe. Sie richtet sich gegen den Bund, Bayern und Thüringen. Die Familien von Enver Simsek und Ismail Yasar reichten Klage beim Landgericht Nürnberg ein.

Simsek und Yasar waren in Nürnberg mutmaßlich von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erschossen worden.

Die Angehörigen zweier mutmaßlicher Opfer des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) haben den Staat auf Schadenersatz verklagt. Ihre Familien werden von Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler vertreten. Außerdem habe die Polizei die Angehörigen zu Unrecht verdächtigt und unter Druck gesetzt. "Unsere Klage stützt sich auf die Erkenntnisse zahlreicher Untersuchungen, etwa von parlamentarischen Untersuchungsausschüssen und natürlich auch aus der Beweisaufnahme im NSU-Prozess", sagt Daimagüler. Darüberhinaus habe der Staat mehrere Hunderttausend Euro an V-Leute ausbezahlt, die mit dem Geld die Terroristen unterstützt hätten. Eine Amtshaftungsklage vor einem deutschen Gericht schätzt er als "sehr schwierig "ein". Er denke dabei an ein türkisches Gericht, in Istanbul oder Ankara.

Das NSU-Trio war 1998 in den Untergrund abgetaucht und erst im November 2011 nach einem missglückten Banküberfall aufgeflogen.

München. Während sich der NSU-Prozess in München nach vier Jahren langsam dem Ende nähert und sich derzeit vor allem um zwei Gutachten zur Angeklakten Beate Zschäpe dreht, wird in Nürnberg ein zweites Verfahren im Zusammenhang mit der rassistisch motivierten Mordserie vorbereitet. Aktuell steht der Prozess allerdings wegen des "Psychiaterstreits" still.

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