Trauernde legen weiter Blumen vor Kohls Wohnhaus ab

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Politiker aus dem In- und Ausland ehrten Kohl als großen Staatsmann und würdigten seine Verdienste um die Deutsche Einheit und Europa. Thüringens SPD-Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee sagte der Zeitung: "Besonders gut wäre es, wenn bei der Benennung nach Helmut Kohl die Straße oder der Platz einen Bezug zu Europa oder zur deutschen Einheit hätte".

"Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen. Deshalb gebührt Helmut Kohl nun auch ein europäischer Staatsakt, für den ich mich persönlich einsetzen werde", sagte Juncker der "Bild am Sonntag".

Kohl hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit Gorbatschow sowie den Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt.

Der langjährige Bundeskanzler und Wegbereiter der Wiedervereinigung war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Ludwigshafen gestorben. Und in Straßburg soll ein Staatsakt stattfinden. Der genaue Termin und die Details seien aber noch offen, sagte eine Kommissionssprecherin am Sonntag in Brüssel.

Die Junge Union rief Mitglieder aus ganz Deutschland dazu auf, sich am Samstagabend vor Kohls Wohnhaus in Ludwigshafen-Oggersheim zu einer Gedenkwache zu versammeln. Die Ehrung ist beispiellos. "Gerade jetzt - in einer Zeit, in der die Europäische Union von vielen Menschen in Frage gestellt wird - erinnert die Evangelische Kirche in Deutschland mit Dank an den Beitrag Helmut Kohls dazu, diese Union zu entwickeln und den Frieden auf unserem Kontinent zu stärken". Auch sei eine solche Feier Kohls Wunsch gewesen, hieß es.

Messe im Dom von Speyer?

Nicht bestätigen wollte die EU-Kommission Informationen der "BamS", dass Kohls Sarg im Anschluss an den Staatsakt mit dem Schiff über den Rhein nach Speyer gebracht werden soll. Danach werde der engste Familien- und Freundeskreis in der Traukapelle im Adenauerpark in Speyer Abschied von Kohl nehmen. Die Organisation beginne erst, sagte sie. "Aber es ist genauso klar, dass die Familie dazu das eigentliche Wort hat".

Die Berliner CDU-Vorsitzende Monika Grütters sprach sich im "Tagesspiegel" dafür aus, eine Stiftung im Gedenken an Kohl einzurichten. Dort könnten Bürger sich eintragen und Abschied nehmen, teilten eine Sprecherin der Bundesregierung und die Senatskanzlei in Berlin mit.

Historischer Moment: Der französische Staatspräsident Francois Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl reichen sich 1984 über den Gräbern von Verdun die Hand.

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