65,5 Millionen Menschen in 2016 Zahl der Flüchtlinge weltweit auf Rekordhoch

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Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen weltweit hat im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreicht.

Die Zahl der von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen hat nach Angaben der Vereinten Nationen einen neuen Höchststand erreicht: Ende 2016 waren weltweit insgesamt 65,6 Millionen Menschen auf der Flucht - 300.000 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Gesamtzahl der Flüchtenden stieg im vergangenen Jahr erneut und ist damit größer als die Bevölkerung Großbritanniens und fast ebenso groß wie die von Thailand. Der Konflikt im Südsudan hat laut den UNHCR-Experten die am schnellsten eskalierende Flüchtlingskrise verursacht. 2015 waren sogar noch 5,8 Millionen neue Flüchtlinge registriert worden. Es folgten Afghanistan und Südsudan. Die Türkei beherbergte mit 2,9 Millionen die meisten Flüchtlinge weltweit. Dies waren 40,3 Millionen im Vergleich zu 40,8 Millionen im Jahr zuvor. Syrien, Irak und Kolumbien stehen an der Spitze der betroffenen Länder. 65,6 Millionen Menschen bedeuten konkret, dass im Schnitt alle drei Sekunden jemand auf der Welt zur Flucht gezwungen wird.

Genf Mehr als 60 Millionen Menschen verloren 2016 ihre Heimat. Und aus ihr spricht lauter als jemals zuvor die Notwendigkeit zur Solidarität und zu gemeinsamen Zielen bei der Prävention und Lösung von Krisen. 37 Staaten akzeptierten insgesamt 189.300 Flüchtlinge zur Aufnahme durch Resettlement. Im Libanon hielten sich laut UNHCR Ende 2016 gut eine Million Flüchtlinge auf. 84 Prozent fanden nach Angaben des UNHCR in Entwicklungsländern Zuflucht. Die meisten Menschen sind im eigenen Land auf der Flucht. Deren Fehlen kann Instabilität herbeiführen und hat Konsequenzen für lebenssichernde humanitäre Hilfe oder löst Weiterwanderung aus. Hinzu kommen fast zwei Millionen Binnenvertriebene, also Flüchtlinge im eigenen Land. "Angesichts dieser dramatischen Entwicklung müssen und werden wir die lebensrettende Arbeit des UNHCR noch massiver unterstützen", sagt der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer.

UNHCR schätzt zudem, dass Ende 2016 zumindest zehn Millionen Menschen keine Nationalität besaßen oder dem Risiko der Staatenlosigkeit ausgesetzt waren.

Hinter diesen anonymen Zahlen sind die persönlichen Schicksale zahlloser Kinder, Frauen und Männer verborgen, die von Krieg und Vertreibung ins Elend gestürzt wurden.

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