CDU legt in Parteizentrale Kondolenzbuch für Altkanzler Kohl aus

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"Er hat sich um die Wiedererlangung der Einheit unseres Vaterlandes und die Europäische Einigung wie kaum ein anderer verdient gemacht. Das ist richtig und gerecht", sagte Gorbatschow am Freitagabend in Moskau. Jahrelang hatte er keinen Kontakt zu dem Mann, der international als "großer Staatsmann" und "großer Europäer" gewürdigt wird. Der frühere US-Präsident George H.W. Bush würdigte Kohl als "wahren Freund der Freiheit". "Ich verneige mich vor seinem Angedenken", schließt der Text, der mit "Angela Merkel" unterschrieben ist. Die Nachricht von Kohls Tod erreichte die Regierungschefin während eines Besuches in Rom.

Seit einem Sturz und Schädel-Hirn-Trauma 2008 war Kohl schwer krank, saß im Rollstuhl und konnte nur schwer sprechen. Nach Operationen lag er monatelang im Krankenhaus.

Helmut Kohls Haus in der Marbacher Straße 11 hat schon viel mehr Trubel erlebt. Durch sein persönliches Auftreten habe Kohl auch die Grundlage für weitere Entwicklungen geschaffen, darunter die Vereinbarung der Charta von Paris.

Der Staatsakt zu Ehren des Gestorbenen wird voraussichtlich in seiner Heimat Rheinland-Pfalz stattfinden.

Im Gedenken an den verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) können sich Bürger seit Sonntagmittag im Kanzleramt in Berlin in ein Kondolenzbuch eintragen. Auch mehrere Nachrichtenportale richteten online Kondolenzbücher ein. Scharping war bei der Bundestagswahl 1994 SPD-Kanzlerkandidat und damit Herausforderer Kohls. "Das Europa, in dem wir heute leben, wäre ohne Helmut Kohl nicht denkbar", schrieb Schulz in einem Gastbeitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Mittlerweile nehmen auch die Planungen für einen europäischen Staatsakt Gestalt an - in Straßburg und im Dom zu Speyer.

Trauer auch bei der Europäischen Stiftung Kaiserdom zu Speyer, deren Kuratorium Kohl vorsaß. "Sein Vermächtnis wird weiterleben". Kohl hätte über viel Empathie verfügt, er hätte sich in andere hineinversetzen können, was für einige Politiker aus jener Zeit galt. Er sei einer der Väter des Europas der Völker gewesen. Er war lange Jahre Kohls Saunafreund. Er war treibende Kraft für die EU und eine gemeinsame Währung.

Der neuen Frau an seiner Seite wurde von vielen Seiten vorgeworfen, sie habe Kohl systematisch abgeschottet, alle Fäden selbst in die Hand genommen und dafür gesorgt, dass er alte Bünde kappt - zu seinen Söhnen, zu alten Vertrauten wie seinem Fahrer "Ecki" Seeber.

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