Feuerhölle forderte in Portugal bereits 62 Tote

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Die hohen Temperaturen, die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten weiterhin die Löscharbeiten, sagte Gomes. Ministerpräsident Antonio Costa zeigte sich vom "Ausmaß der Tragödie" schockiert.

Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa war in der Nacht zur Unglücksstelle geflogen und sprach dort von einer "beispiellosen Situation". Mindestens 60 Menschen wurden verletzt. Zwei der insgesamt vier Feuerfronten habe die Feuerwehr im Griff, teilte Jorge Gomes, Staatssekretär im Innenministerium, am Sonntagnachmittag mit.

Zudem wurden in der dünn besiedelten, von Pinien- und Eukalyptusbäumen beherrschten Region Dutzende Häuser zerstört. Mehrere Menschen hatten sich in ihrem Auto auf die Flucht vor den Flammen gemacht.

Rund 20 Verletzte, darunter sechs Feuerwehrmänner, wurden in Krankenhäuser gebracht. In einigen Gebieten fiel der Strom aus. Einige Dörfer sind völlig von den Flammen eingeschlossen, hieß es. Der Einsatz von Löschflugzeugen und Hubschraubern sei am Sonntag zunächst lange Zeit aufgrund der starken Rauchentwicklung völlig unmöglich gewesen. Ähnlich äußerten sich auch andere Menschen bei RTP. Der Bürgermeister von Pedrogao Grande, Valdemar Alves, hatte bereits in der Nacht eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften" beklagt.

Die Polizei geht davon aus, dass die Brande durch natürliche Ursachen entstanden. "Wir haben in Zusammenarbeit mit der Nationalgarde sogar den Baum gefunden, der von einem Blitz getroffen wurde", betonte Rodrigues.

Das Feuer war am Samstagnachmittag nahe der Ortschaft Pedrógão Grande ausgebrochen und hatte sich rasend schnell in vier Richtungen ausgebreitet. Dennoch habe man nicht verhindern können, dass die Flammen auf den Nachbarkreis Figueiró dos Vinhos übergriffen. Die EU sagte Portugal Hilfe zu, auf Bitte des Landes würden Löschflugzeuge organisiert. Die EU hat die Nothilfe koordiniert. Frankreich habe sofort drei Maschinen zugesagt. Zusätzlich helfe Spanien ebenfalls mit Flugzeugen. "Wir Deutsche trauern angesichts dieser furchtbaren Katastrophe mit Ihnen, den Angehörigen und Freunden der Opfer und mit allen Portugiesinnen und Portugiesen", schrieb der Bundespräsident. Die Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Die Bundesregierung hat Portugal Hilfe beim Kampf gegen die schlimmen Waldbrände angeboten.

Schwelender Waldbrand: Die Zahl der Todesopfer steigt an.

Rund 700 Feuerwehrmänner waren im Einsatz um die Brände einzudämmen, die in der Gegend um die Kleinstadt Pedrógão Grande wüteten.

Der Kreis Pedrógão Grande hat auf 128 Quadratkilometer Fläche lediglich rund 4000 Einwohner, die sich in erster Linie der Land-, aber auch der Textilwirtschaft widmen. Knapp die Hälfte der Opfer war mit dem Auto unterwegs und wurde vom Feuer überrascht.

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