Flammen fressen sich in Portugal weiter vorwärts

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Den Behörden zufolge sieht es ganz danach aus, als habe der Brand eine natürliche Ursache. Die Region ist von der Hauptstadt Lissabon etwa 150 Kilometer entfernt, sie liegt im Nordosten.

Bei einem Waldbrand sind in Portugal mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen.

Das Feuer in der Region Pedrógão Grande breitete sich rasend schnell in vier Richtungen aus. Frankreich und Spanien helfen mit Löschflugzeugen. Doch aus der betroffenen Region Pedrógão Grande kommt auch ein Signal der Hoffnung: Zwei der insgesamt vier Feuerfronten habe die Feuerwehr im Griff, sagte der Staatssekretär im Innenministerium, Jorge Gomes. Nach ersten Ermittlungen entstand der Brand am Samstagmittag in der Nähe von Pedrógão Grande durch einen Blitzeinschlag in einen Baum.

Die Flammen wurden nach Angaben des Zivilschutzes von fast 700 Feuerwehrmännern mit mehr als 200 Fahrzeugen und mehreren Löschflugzeugen bekämpft. Sie hätten versucht, den Flammen zu entkommen, seien aber vom Feuer eingeschlossen worden und in ihren Autos verbrannt.

Starke Winde, anhaltende Trockenheit und die in diesem Jahr ungewöhnlich früh einsetzende Hitze auf der Iberischen Halbinsel haben für ein rasches Ausbreiten der Flammen gesorgt.

Portugals Präsident de Sousa rief eine dreitägige Staatstrauer aus.

Einige der Toten waren mit dem Auto unterwegs als die Flammen sie einschlossen.

Beim Confed-Cup in Russland wurde mit einem Moment des Schweigens vor der Partie Portugal gegen Mexiko (2:2) der Todesopfer gedacht. In Portugal herrschten am Samstag Temperaturen von teilweise über 40 Grad Celsius. Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Christos Stylianides, sprach den Portugiesen sein Mitgefühl aus und erklärte, die EU stehe bereit.

Zu Beginn war die Feuerwehr nach Angaben von Augenzeugen völlig überfordert - und kaum präsent.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel äußerte sich angesichts des verheerenden Waldbrandes in Portugal "tief bestürzt" und bot der portugiesischen Regierung Hilfe aus Deutschland an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe gegenüber dem portugiesischen Ministerpräsidenten António Costa zudem die Anteilnahme der Deutschen zum Ausdruck gebracht.

Bereits im vergangenen Jahr tobten zahlreiche schwere Waldbrände im Land der Korkeichen und reichen Eukalyptuswälder, in dem im Sommer 2016 mehr als 1000 Quadratkilometer Landschaft abbrannten.

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