Hochhausbrand: Britische Regierung kämpft gegen Kritik

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London - Nach dem Hochhausbrand in London ist die britische Premierministerin Theresa May mit Regierungsmitgliedern zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Die Behörden erwarten, dass diese Zahl noch steigt.

Sie wolle dafür sorgen, dass "alles Mögliche getan wird, um die Betroffenen der Tragödie von Grenfell zu unterstützen", sagte ein Regierungssprecher. Es gebe Sicherheitsbedenken in Verbindung mit dem ausgebrannten Gebäude in der Nähe, hieß es am Samstag. Später werde May in der Downing Street Opfer der Brandkatastrophe und freiwillige Helfer treffen.Bei dem Feuer im Grenfell Tower waren in der Nacht zum Mittwoch mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung ist nach Auffassung des britischen Schatzkanzlers in Großbritannien verboten.

Die Wut auf Regierung und Behörden in Grossbritannien war auch am Wochenende noch gross.

Vize-Premier Damian Green wies Samstagfrüh Vorwürfe zurück, May habe nicht angemessen auf das Unglück reagiert.

Die strafrechtliche Untersuchung der Brandkatastrophe in dem Londoner Sozialbau solle nun prüfen, ob es bei der Renovierung des Hochhauses gesetzliche Verstöße gegeben habe, sagte Philip Hammond im BBC-Fernsehen. Bei Protesten am Freitagabend hatten Demonstranten ihren Rücktritt gefordert. Bei einem Fernsehinterview am Freitagabend hatte eine Journalistin May wiederholt gefragt, ob sie die Wut im Land nicht begriffen habe. Kritiker hatten May vorgeworfen, ihre Regierung habe zu spät auf das Unglück reagiert. Der Oppositionsführer und Labour-Chef Jeremy Corbyn hatte unterdessen Betroffene getröstet. Am Freitag besuchte May Verletzte in einem Londoner Spital.

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