Londoner Hochhausbrand - Polizei gibt neue Todeszahlen bekannt

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79 Bewohner seien tot oder noch vermisst, "und traurigerweise" müsse man davon ausgehen, dass auch sie tot seien, sagte Stuart Cundy von der Londoner Polizei am Montag. Zuvor hatten die Behörden von 58 Todesopfern gesprochen.

Am Montagmorgen hatte die Londoner Polizei noch einen Anstieg der Todeszahlen prognostiziert. Cundy zufolge dürfte dies noch Wochen andauern, noch könne die Feuerwehr nicht alle Wohnungen erreichen. Die Behörden veröffentlichten Bilder aus dem Inneren des Hochhauses, die das ganze Ausmaß der Katastrophe zeigen. Mit einer Schweigeminute haben die Briten am Montag der Opfer gedacht. Um 11.00 Uhr Ortszeit (12.00 Uhr MESZ) herrschte in allen öffentlichen Gebäuden Stille.

Badewanne, Handwaschbecken, Toilette sind von Ruß überzogen. Am Sonntag waren noch 18 Verletzte im Krankenhaus, neun von ihnen noch immer in kritischem Zustand. So geht Schatzkanzler Philip Hammond davon aus, dass die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten ist.

Feuerwehrmänner arbeiten sich vor dem Grenfell Tower durch Berge von Schutt. Bei der strafrechtlichen Untersuchung des Unglücks solle nun geprüft werden, ob es bei der Renovierung des Wohnhochhauses gesetzliche Verstöße gegeben habe, sagte der Tory-Politiker im BBC-Fernsehen am Sonntag.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan sieht als Ursache für die Brandkatastrophe eine Serie von Fehlern bei den zuständigen Verantwortlichen. Viele Hochhäuser aus den 60er und 70er Jahren entsprächen nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Die erst vor kurzer Zeit angebrachte Verkleidung des Gebäudes soll zu der Katastrophe beigetragen und das 28-stöckige Gebäude über keine angemessenen Fluchtwege verfügt haben.

Das Feuer hat die Türen der Fahrstühle im Grenfell Tower verkohlt.

Im Vordergrund die Reste einer Matratze, zu erkennen nur noch an den übrig gebliebenen Sprungfedern.

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