Massenproteste nach Hochhausbrand in London

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Nach dem Feuer im Grenfell Tower bei dem mindestens 30 Menschen getötet worden sind, haben sich tausende Demonstranten in den Straßen von London versammelt. Mit Bannern und Plakaten versammelten sie sich zunächst vor dem Ministerium für Kommunen. "Wir fordern die Wahrheit".

Die britische Premierministerin Theresa May ist vor wütenden Demonstranten in Sicherheit gebracht worden.

Der Brandkatastrophe im Grenfell Tower sind mindestens 30 Menschen zum Opfer gefallen. Die Feuerwehr sucht auch am dritten Tag nach dem Brand nach weiteren Leichen, die Bergungsarbeiten werden vom Zustand des ausgebrannten Gebäudes behindert.

London (dpa) - In London haben sich Demonstrationen für die Opfer des Hochhausbrands zu Protesten gegen die britische Regierung ausgeweitet.

Freunde und Verwandte suchen mit Postern und in den sozialen Medien zunehmend verzweifelt nach Vermissten. Deren genaue Zahl konnten die Behörden noch nicht genau nennen. Die Lage von 12 Patienten sei derzeit kritisch, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

Alle Bewohner des Hochhauses sollen bis zum Wochenende eine neue Wohnung erhalten, sagte Megan Hession von der Bezirksverwaltung in Kensington und Chelsea. Notunterkünfte waren in Turnhallen und Hotels eingerichtet worden. Nach einem Besuch in der Nachbarschaft des abgebrannten Hochhauses in London liefen zornige Menschen hinter Mays Auto her und brüllten in Richtung der Politikerin. Am Donnerstag hatte die Monarchin den Mut der Feuerwehrleute und die "unglaubliche Großzügigkeit" der freiwilligen Helfer gewürdigt.

Londons Bürgermeister wandte sich am Freitag mit einem offenen Brief an die Regierungschefin und forderte sie zu sofortigem Handeln auf. Die nicht von den Sanierungsarbeiten betroffenen Mieter blieben in dieser Zeit im Haus wohnen. Es wird im Auftrag des Bezirks verwaltet.

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