Offenbar kein nationaler Staatsakt für Helmut Kohl geplant

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Kohl soll nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker als erster Politiker überhaupt mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. Der genaue Termin und die Details sind nach Angaben der EU-Kommission aber noch offen. Mehr dazu im Hilfebereich.

Helmut Kohl war am Freitag im Alter von 87 Jahren verstorben. Medienberichten zufolge ist auch eine öffentliche Totenmesse im Dom zu Speyer geplant. Selbstverständlich wäre das Land sehr geehrt, wenn eine solche Zeremonie in Kohls rheinland-pfälzischer Heimat stattfinden würde, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) im ZDF. "Aber es ist genauso klar, dass die Familie dazu das letzte Wort hat". Man werde noch lange bewundern, wie entschlossen Kohl und seine Mitarbeiter die Gunst der Stunde zur Vereinigung genutzt hätten, sagte die CDU-Vorsitzende bei einem Besuch in Rom. Die Tür zum Hause Kohl öffnet schließlich der frühere "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann, ein langjähriger Vertrauter von Helmut Kohl". Kohl kehrte wieder in sein Haus in Ludwigshafen-Oggersheim zurück, wo er zuletzt im April 2016 noch Ungarns Ministerpräsidenten Viktor Orban empfing.

Einer der größten Momente seines Lebens: Bei der Einheitsfeier am 3. Oktober 1990 winkt Helmut Kohl in die Menge, flankiert von Hans-Dietrich Genscher, Hannelore Kohl und Bundespräsident Richard von Weizsäcker.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Sonntag in ein Kondolenzbuch für Helmut Kohl eingetragen. Mit Kondolenzbüchern, Trauerbeflaggung und Gedenkwachen wird in ganz Deutschland an Kohl erinnert. Von Sonntag an liegt auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch aus, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei.

Menschen legten Blumen ab und verharrten in Stille. Ein weiterer nationaler Staatsakt in Deutschland sei nicht vorgesehen. "Helmut Kohl zeigte immer großes und tiefgehendes Interesse an Russland, an dessen Geschichte und an den russisch-deutschen Beziehungen". Kohl sei nicht nur der Vater der deutschen Wiedervereinigung gewesen, sondern auch ein Verfechter für Europa und das transatlantische Verhältnis.

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