Opferzahl in Waldbrandgebiet in Portugal könnte noch steigen

Einstellen Kommentar Drucken

Zu Beginn war die Feuerwehr nach Angaben von Augenzeugen völlig überfordert - und kaum präsent. Der Bürgermeister von Pedrógão Grande, Valdemar Alves, hatte bereits in der Nacht eine "ungenügende Zahl von Einsatzkräften" beklagt.

Bei einem der schlimmsten Waldbrände in Portugals Geschichte sind mindestens 62 Menschen ums Leben gekommen. Die extreme Trockenheit und die starken Winde behinderten zusätzlich die Löscharbeiten. Die Brände waren gestern durch einen Blitzeinschlag in einen Baum in der Region Pedrogao Grande, knapp 200 Kilometer nordöstlich von Lissabon, ausgelöst worden und hatten sich rasch ausgebreitet.

Viele Opfer verbrannten bis zur Unkenntlichkeit, auch mehrere Dörfer wurden von den Flammen eingekesselt, Dutzende Häuser zerstört. Starker Wind hatte das Feuer noch angefacht. Die Zahl der Toten stieg auf 62, teilte die für öffentliche Sicherheit zuständige Ministerin Constanca Urbano de Sousa in der Nacht auf heute mit.

Einige betroffene Dörfer konnten wegen der Flammen zunächst nicht erreicht werden, weshalb mit weiteren Opfern gerechnet wurde.

Beim Confed-Cup in Russland wurde mit einem Moment des Schweigens vor der Partie Portugal gegen Mexiko (2:2) der Todesopfer gedacht. Wie groß die betroffene Fläche ist, war zunächst unklar. Knapp 700 Feuerwehrmänner kämpften am Abend mit mehr als 215 Fahrzeugen und vier Löschflugzeugen gegen die Flammen. Deutschland und die EU sagten Hilfe im Kampf gegen die Flammen zu. Auf Bitte des Landes würden Löschflugzeuge organisiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe gegenüber dem portugiesischen Ministerpräsidenten António Costa zudem die Anteilnahme der Deutschen zum Ausdruck gebracht.

Comments