Papst würdigt Kohl als "großen Staatsmann und überzeugten Europäer"

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"Schon zu Lebzeiten wurde Helmut Kohl mit der Ehrenbürgerschaft Europas ausgezeichnet, um seine außerordentlichen Verdienste zu würdigen", sagte Juncker der Zeitung.

Der von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angeregte europäische Staatsakt für Helmut Kohl soll möglichst binnen zwei Wochen im Europaparlament in Straßburg stattfinden. Im Dom von Speyer ist laut "Bild am Sonntag" eine öffentlich zugängliche Totenmesse geplant.

Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau Hannelore heiratete der Altkanzler Maike Kohl-Richter. Gedacht ist an eine Trauerfeier und Würdigung mit allen Spitzen der Europäischen Union sowie mit Weggefährten des gestorbenen Altkanzlers. Seit Sonntag liegt auch im Bundeskanzleramt ein Kondolenzbuch aus, ebenso wie in der Mainzer Staatskanzlei. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft will am Montag beim Auftakt zum Confederations Cup gegen Australien mit Trauerflor spielen. Bis zum geplanten Staatsakt soll Kohl in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim aufgebahrt bleiben. Entscheidungen dazu seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz und aus dem Bundespräsidialamt. Die Nachricht von Kohls Tod erreichte die Regierungschefin während eines Besuches in Rom. Der frühere SPD-Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der "Welt am Sonntag" dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trug sich am Sonntag im Kanzleramt in Berlin in das Kondolenzbuch für den Altkanzler ein. Immer wieder kamen Menschen vorbei, legten Blumen ab und verharrten in Stille. Er gilt als Kanzler der Einheit und Wegbereiter der Europäischen Union. Nach einer Privataudienz im Vatikan sagte Merkel, der Papst habe seine Anteilnahme ausgedrückt und Kohl als "großen Staatsmann" gewürdigt.

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