Rückendeckung für Merkel bei Klimaschutz und Freihandel

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Am Samstag schließt Merkel ihren Besuch in Mexiko mit der Teilnahme an einer Wirtschaftskonferenz ab. "Das Errichten von Mauern und Abschottung wird das Problem nicht lösen", sagte sie bei einer Diskussion über Wirtschaftsfragen mit dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto in Mexiko-Stadt.

Aber da Mexiko, das rund achtzig Prozent seiner Exporte in die USA liefert, auch Alternativen zu den Vereinigten Staaten sucht, soll das runderneuerte Freihandelsabkommen mit der EU zügig abgeschlossen werden. Darüber hinaus kritisierte die Bundeskanzlerin Versuche, komplexe Dinge mit einfachen Antworten zu lösen.

Kritik an den protektionistischen Tönen, die aus den USA kommen, äußerten die G20-Partner Merkel und Peña Nieto mit keiner Silbe.

Die Vertreter der Zivilgesellschaften forderten Merkel auf, bei Verhandlungen zwischen Mexiko und der Europäischen Union auch auf Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Straflosigkeit zu dringen.

Im Mittelpunkt der Beratungen dürften wirtschafts- und außenpolitische Fragen sowie der G20-Gipfel Anfang Juli in Hamburg stehen. Merkel sagte deutsche Unterstützung zu, dass das Globalabkommen zwischen der EU und Mexiko noch in diesem Jahr fertig ausgehandelt werden sollte. "Wir müssen alle zusammenarbeiten. für eine freie offene Welt, bei der wir die Globalisierung menschlich gestalten wollen". Angesichts des Drogenkriegs mit Zehntausenden Toten und Vermissten in Mexiko sagte Merkel: "Demokratie kann nur leben, wo Menschenrechte herrschen". Trump will das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) neu verhandeln und die US-Wirtschaft mit Strafzöllen vor in Mexiko produzierenden Firmen schützen. Seit Jahresbeginn wurden in Mexiko sieben Journalisten getötet.

Trump will an der über 3000 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko eine Mauer errichten, um illegale Migration und Drogenschmuggel zu stoppen. Viele profitieren vom Freihandel mit den USA. Während des Wahlkampfs betonte der US-Präsident bereits, dass Mexiko für die Mauer zahlen werde. Im kommenden Jahr übernimmt Argentinien den G20-Vorsitz.

Über 1900 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind in Mexiko registriert, darunter Industrieriesen wie VW, BASF und Bayer. Thematische Schwerpunkte waren Wissenschaft und Kultur, Bildung, Innovation, Mobilität und Klimaschutz.

Die moderne, digitale Industrieproduktion sei eine große Herausforderung, biete aber auch Chancen. Am Sonntagvormittag wird sie in Berlin zurück erwartet.

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