Schwache Beteiligung bei zweiter Wahl-Runde in Frankreich

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Zwei Meinungsforschungsinstitute hielten es auf Basis von Umfragen und dem Ergebnis des ersten Wahldurchgangs sogar für möglich, dass Macrons Partei La République en Marche und ihre Verbündeten bis zu 470 der 577 Mandate erobern.

Die Wahlbeteiligung stürzte auf einen neuen historische Tiefpunkt. Dagegen müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer weiteren herben Niederlage rechnen.

Zur Wahl aufgerufen sind mehr als 47 Millionen Franzosen.

Macron war vor sechs Wochen als jüngster französischer Präsident aller Zeiten in den Élyséepalast gewählt worden. Er will in den kommenden Monaten unter anderem eine umstrittene Lockerung des Arbeitsrechts durchsetzen. Außerdem strebt er in der vom angekündigten Austritt Großbritanniens verunsicherten Europäischen Union weitreichende Reformen an und hofft dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland. Laut ersten Hochrechnungen kamen Macrons Mitte-Partei und ihre Verbündeten auf 355 bis 425 der 577 Sitze. Schon zum am Donnerstag beginnenden EU-Gipfel wollen Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Informationen aus dem Élyséepalst einen gemeinsamen Beitrag leisten. Die bürgerliche Rechte wurde damit zweite Kraft in der Volksvertretung.

Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande waren schon im ersten Wahlgang dramatisch abgestürzt, Umfrageinstitute sahen die moderate Linke und die Grünen zuletzt zusammen bei höchstens 35 Sitzen.

Die radikale Linke mit Jean-Luc Mélenchon sowie den Kommunisten bekam 23 bis 29 Abgeordnete. Allerdings hat Le Pen selbst Chancen, in ihrem Wahlkreis in Nordfrankreich erstmals in die Nationalversammlung gewählt zu werden. Bislang waren es 2.

Präsident Emmanuel Macron hat im nordfranzösischen Badeort Le Touquet am Ärmelkanal seine Stimme für die Finalrunde der Parlamentswahl abgegeben. Im zweiten Wahlgang treten in einem Wahlkreis die beiden Bestplatzierten der ersten Runde gegeneinander an. Vor allem bei der geplanten Arbeitsmarktreform sind außerdem Protestkundgebungen von Gewerkschaften zu erwarten. Eine größere Kabinettsumbildung gilt angesichts des Ergebnisses allerdings als unwahrscheinlich. Außerdem soll ein neues Sicherheitsgesetz beraten werden.

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