Sessions bestreitet Vorwürfe in Russland-Affäre

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Der US-Präsident hatte selbst immer wieder hervorgehoben, dass gegen ihn persönlich nicht ermittelt werde. Sessions sagte, er habe Vertrauen in den FBI-Sonderermittler Robert Mueller, der nach Comeys Entlassung eingesetzt worden war.

Trump hatte Comey am 9. Mai entlassen. Durch seine Zurückhaltung machte er den Weg frei für Robert Mueller, der als knallharter und unabhängiger Ermittler gilt und Trump in Bedrängnis bringt. Und: "Sie haben eine faule Geschichte zu Absprachen mit den Russen erfunden, jetzt versuchen sie es mit Justizbehinderung bei ihrer faulen Geschichte". Newt Gingrich, der frühere republikanische Sprecher des Repräsentantenhauses, rät Trump ausdrücklich zu dem Schritt, weil Mueller befangen sei.

Zudem erhob er schwere Vorwürfe gegen Trump.

Worauf gründet der Vorwurf "Behinderung der Justiz"? Sessions erschien in einer Art Fortsetzung vor demselben Gremium, das am vergangenen Donnerstag bereits den früheren FBI-Chef James Comey empfangen hatte.

Das Verhältnis zwischen Sessions und Trump soll nicht mehr das Beste sein. Er, Comey, habe Sessions daraufhin gebeten, ihn nie wieder mit Trump alleine zu lassen, doch der Justizminister habe nicht reagiert. "Verschwenden Sie nicht unsere Zeit", fügte der Abgeordnete an Trump gewandt hinzu.

Außerdem habe er sich mit der Comey-Empfehlung trotz seine Rückzuges aus der Russland-Affäre wieder genau in diese eingemischt. Die Klage werde noch an diesem Mittwoch eingereicht, sagte der demokratische Senator Richard Blumenthal aus Connecticut der "Washington Post". Er könne nicht sagen, ob Trump Gespräche im Weißen Haus aufnehme. Er habe sich an den Justizminister gewandt, um weitere Vier-Augen-Gespräche mit dem Präsidenten zu vermeiden.

Er erklärte den russischen Botschafter Sergej Kisljak während des Wahlkampfs zweimal getroffen zu haben.

- LOYALITÄT: Comey empfand Trumps Wunsch nach Loyalität als ungehörig und als unangemessene Einmischung. Comey hatte sich nach dem Gespräch unwohl gefühlt und den Inhalt sofort niedergeschrieben. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Frage, ob es diesbezüglich Absprachen des Trump-Teams mit der russischen Seite gegeben haben könnte.

Das ist nicht ganz klar.

Ex-FBI-Chef James Comey sagte vor dem Geheimdienstausschuss des Senats zur Russland-Affäre aus. Der Minister sei verpflichtet, dem Kongress Rede und Antwort zu stehen und sei dieser Pflicht nicht nachgekommen. Coats und Rogers hätten sich auch bereit erklärt, beim FBI auszusagen.

Auf die Frage, warum er sich aus den Russland-Ermittlungen zurückgezogen habe, verlas Sessions die Regularien seines Ministeriums in Sachen Befangenheit. Und derzeit sehe er keinen Grund, den ehemaligen FBI-Direktor Mueller zu entlassen. Trump hätte aber die Möglichkeit, ihn dazu anzuweisen.

Trumps aggressive Politik bei den Konflikten um Nordkorea, Iran, Saudi-Arabien und Katar wird vor diesem Hintergrund noch brisanter.

Was könnte der nächste Schritt sein, wie geht es weiter?

Sessions sagte, er sei als Chefankläger von Trump niemals zu irgendetwas Illegalem aufgefordert worden. Einerseits müsse der Justizminister aufpassen, dass er öffentlich stets die Wahrheit sage - sonst drohe er plötzlich in den Fokus der Ermittlungen zu rücken. Und wer Trump ablehnt, dem geht es ebenso. Erst im März gab er die Treffen zu. Ob die neue Qualität der Ermittlungen an der Basis aber wirklich durchschlägt, ist offen. Später wird klar, dass Rosenstein im Gegenteil auf Anweisung von Trump und Sessions eine solche Empfehlung erstellt hat.

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