SPD: Steuerentlastungen von 15 Milliarden - Soli nur für Gutverdiener

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Um dies finanzieren zu können, soll der Spitzensteuersatz auf 45 Prozent angehoben werden, der dann ab 76 200 Euro zu versteuerndem Einkommen für einen Single greift. Doch wie lauten die konkreten Details? Bereits im Vorfeld hatte Schulz angekündigt, Reiche stärker besteuern zu wollen.

Zugleich soll der sogenannte Spitzensteuersatz von 42 Prozent für Ledige erst ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 60.000 Euro greifen und nicht wie bisher bei rund 54.000 Euro. Welche Grenze künftig gelten soll, ließ Schulz offen.

Die SPD will in der kommenden Woche ihr Steuerkonzept vorstellen. Schulz wörtlich: "Wir Sozialdemokraten haben seit Jahren im EU-Parlament für gemeinsame Regeln gestritten und sind von den Staats- und Regierungschefs immer abgeschmettert worden". "Das entscheiden wir zuhause selbst, die Steuerpolitik ist eine nationale Angelegenheit". Diese Position war Grundlage für die Steuerdeals zugunsten der Großkonzerne. "Das ist ein Gebot der Gerechtigkeit", sagte Schulz. Schulz fordert für Europa gemeinschaftlich festgelegte Mindestsätze für die Körperschaftsteuer.

Auch nach drei verlorenen Landtagswahlen und schlechten Umfragewerten gibt sich der SPD-Kanzlerkandidat im Interview mit der Zeitung zuversichtlich: "Das Rennen ist nach wie vor offen". Für die Niederlage in Nordrhein-Westfalen macht Schulz unter anderem die dortige Schulpolitik verantwortlich, speziell die massiv propagierte Inklusion: "Auch darüber hat Rot-Grün die Wahl in Nordrhein-Westfalen verloren", sagte Schulz. "Der gemeinsame Unterricht für behinderte und nichtbehinderte Kinder ist eine grossartige Idee, aber dafür brauche ich genug Personal".

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