Staatsakt in Straßburg Europa verneigt sich vor dem Altkanzler

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Unklar war zunächst, wann und wo es einen Staatsakt für Kohl geben wird. Der von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angeregte Staatsakt soll binnen zwei Wochen im Europaparlament in Straßburg stattfinden. Der Altkanzler war am Freitag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben. In Kohls Heimat Rheinland-Pfalz wurden am Samstag vor den obersten Landesbehörden die Flaggen auf halbmast gesetzt. Entscheidungen seien noch nicht gefallen, hieß es am Samstag aus der Mainzer Staatskanzlei und dem Bundespräsidialamt in Berlin. Die CDU legte in ihrer Zentrale in Berlin ein Kondolenzbuch aus und richtete ein weiteres im Internet ein. Sein Tod hat in Deutschland und international Trauer ausgelöst. Der frühere SPD-Vorsitzende und -Kanzlerkandidat Rudolf Scharping plädierte in der "Welt am Sonntag" dafür, Straßen und Plätze nach Helmut Kohl zu benennen. Er gilt als Kanzler der Einheit und Wegbereiter der Europäischen Union.

Mit ihm verliere man einen großen Deutschen und großen Europäer, schrieb Merkel. Der einstige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow würdigte den Altkanzler als herrausragenden Politiker, der deutliche Spuren in der Weltgeschichte hinterlasse. Die Nachricht von Kohls Tod erreichte die Regierungschefin während eines Besuches in Rom. Nach einer Privataudienz im Vatikan sagte Merkel, der Papst habe seine Anteilnahme ausgedrückt und Kohl als "großen Staatsmann" gewürdigt.

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