Triumph für Macron bei Parlamentswahl erwartet

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Schon im ersten Wahlgang war nur jeder Zweite zur Wahl gegangen. Bei der Abstimmung vor fünf Jahren lag dieser Wert bei gut 21 Prozent. Die letzten Wahllokale schließen um 20 Uhr, unmittelbar danach werden erste offizielle Hochrechnungen erwartet. Umfragen zufolge hat das Lager von Präsident Emmanuel Macron beste Chancen auf die absolute Mehrheit. Wegen der Anschlagsgefahr findet die Wahl erneut unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Le Touquet - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat im nordfranzösischen Badeort Le Touquet am Ärmelkanal seine Stimme für die Finalrunde der Parlamentswahl abgegeben.

Damit hätte er den nötigen Rückhalt für sein Reformprogramm.

Die konservativen Republikaner und ihre Verbündeten folgten laut Innenministerium auf Platz zwei mit mindestens 131 Sitzen. Sozialistenchef Jean-Christophe Cambadelis, der glücklose Präsidentschaftskandidat Benoît Hamon und weitere prominente Vertreter der Traditionspartei scheiterten mit ihren Kandidaturen für die Nationalversammlung.

Die Wahl der neuen Nationalversammlung dürfte die Macron-Revolution in Frankreichs Politik besiegeln. Im bisherigen Parlament hatte sie mit 277 Abgeordneten die Mehrheit. Es gilt ein reines Mehrheitswahlrecht - das macht es für kleine Parteien schwer, Mandate zu gewinnen. Allerdings wird damit gerechnet, dass die Wahlbeteiligung noch niedriger sein wird als bei der ersten Runde. Das sind noch weniger als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als im gleichen Zeitraum 40,8 Prozent der Franzosen ins Wahllokal gekommen waren. Sie könnten nach einer Berechnung des Instituts Harris Interactive auf 60 bis 80 Sitze kommen. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen.

Die Sozialisten von Macrons Vorgänger François Hollande waren schon im ersten Wahlgang dramatisch abgestürzt, Umfrageinstitute sahen die moderate Linke und die Grünen zuletzt zusammen bei höchstens 35 Sitzen.

Unklar ist noch, ob die radikale Linke um Jean-Luc Mélenchon eine Fraktion bilden kann.

"Für viele, die bisher eigentlich keine Fans von Macron waren, stand fest, dass es logisch ist, seiner Partei ihre Stimme zu geben, damit der Präsident in Aktion treten kann", sagte der 31-jährige Florent, der eigentlich eher ein Linkswähler ist, im bürgerlichen Pariser Vorort Saint-Mandé lebt und dort ebenfalls für REM stimmte - denn der einzige Gegenkandidat war ein Konservativer, den er verhindern wollte. Die erste Sitzung der neuen Nationalversammlung ist für den 27. Juni geplant.

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