Van rammt Fußgänger vor Moschee in London

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Im Londoner Stadtteil Finsbury Park ist ein Minivan in der Nähe einer Moschee in eine Passantengruppe gefahren, teilte die Polizei in der Nacht zum Montag mit. Der 48-jährige Fahrer sei festgenommen worden und werde auf seine geistige Zurechnungsfähigkeit hin untersucht, teilte die Polizei mit. Eine Einschätzung der Behörden dazu lag zunächst nicht vor, ebenso nicht über mögliche Hintergründe.

Die Rettungskräfte waren im Großeinsatz.

Ein Notruf sei kurz nach Mitternacht (1.20 Uhr MEZ) eingegangen, der einen "Zusammenstoß zwischen einem Fahrzeug und Fußgängern" gemeldet habe, erklärte die Polizei. Der Vorfall ereignete sich demnach im nördlichen Stadtteil Finsbury Park. Die Gegend rund um die Seven Sisters Road wurde für den normalen Verkehr gesperrt. Der Rettungsdienst twitterte, neben mehreren Einsatzwagen seien auch Trauma-Spezialisten vor Ort. Sie teilte am frühen Morgen mit: "All meine Gedanken sind mit jenen, die verletzt wurden, mit deren Angehörigen und mit den Rettungskräften vor Ort". Mindestens ein Mensch wurde getötet, mehrere wurden verletzt - Terrorexperten ermitteln. Ein Minivan soll die Gläubigen überfahren haben, als diese gerade die Finsbury-Park-Moschee verließen, berichtete der Muslim Council of Britain auf Twitter. Ein anderer Zeuge sagte dem Sender Sky News, dass der Van mindestens zehn Menschen gerammt habe. "Von den Augenzeugenberichten her scheint es, als wäre der Täter von Islamhass motiviert gewesen", schrieb der Rat am frühen Montagmorgen auf Twitter. Dort wirkte etwa Abu Hamza als Imam der Moschee von Finsbury Park. Hamza hielt in dem Gotteshaus in den neunziger Jahren radikalislamische und antiamerikanische Brandreden.

London steht nach mehreren Anschlägen derzeit unter erhöhter Alarmbereitschaft.

Jeremy Corbyn von der oppositionellen Labour-Partei twittert, er sei "total schockiert". Bei Twitter schrieb er, Kontakt mit den Moscheen und der Polizei aufgenommen zu haben - das Ereignis sei entsetzlich.

Großbritannien: Am 22. März 2017 lenkt ein 52-Jähriger ein Auto absichtlich in Fußgänger auf der Westminster-Brücke im Zentrum Londons und ersticht anschließend einen Polizisten auf dem Gelände des britischen Parlaments. Zudem wurden bei einem Selbstmordanschlag auf ein Pop-Konzert in Manchester im Mai 22 Menschen getötet. Anfang Juni waren drei Islamisten mit einem Kleintransporter auf der London Bridge in eine Menschenmenge gefahren und hatten danach Passanten in Restaurants und Bars willkürlich mit Messern attackiert. Acht Menschen wurden getötet. Der Angreifer wurde erschossen.

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