Zweite Runde der Parlamentswahl in Frankreich

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Die Franzosen entscheiden an diesem Sonntag über die Zusammensetzung ihrer neuen Nationalversammlung. Damit hätte er den nötigen Rückhalt für sein Reformprogramm. Die Bewegung "La Republique en Marche" (LREM) des neugewählten Präsidenten Emmanuel Macron hat dabei beste Chancen, die absolute Mehrheit der Sitze zu holen. Unmittelbar nach dem Schluss der Wahllokale sind erste offizielle Hochrechnungen zu erwarten.

Die Beteiligung war damit noch schwächer als im ersten Wahlgang vor einer Woche, als bis zum Mittag 19,2 Prozent abgestimmt hatten.

Dadurch hätte Macron auch eine parlamentarische Mehrheit für sein angestrebtes Reformpaket. Dagegen müssen die traditionellen Regierungsparteien der bürgerlichen Rechten und der Sozialisten mit einer herben Niederlage rechnen. Mit einer absoluten Mehrheit hätte der Präsident freie Fahrt für seinen Reformkurs.

Parlamentswahl wird in 577 Wahlkreisen jeweils ein Abgeordneter gewählt. In mehreren französischen Überseegebieten wurde wegen der Zeitverschiebung bereits am Samstag gewählt. Macrons Lager hatte am vergangenen Sonntag 32,2 Prozent der Stimmen erhalten, auf Platz zwei lagen die konservativen Republikaner und ihre Verbündeten mit rund 21,6 Prozent. Sie könnten laut einer Berechnung des Instituts Harris Interactive auf 60 bis 80 Sitze kommen. Allerdings gibt es in den Reihen der Republikaner verschiedene Lager: Manche stehen einer Zusammenarbeit mit Macron offen, während andere auf eine klare Abgrenzung setzen. Die Sozialisten von Macrons Amtsvorgänger François Hollande stürzten ab und dürften gemeinsam mit Verbündeten nur noch 27 bis 49 Sitzen bekommen. Die Front National der Rechtspopulistin Marine Le Pen kann nur mit 4 bis 8 Abgeordneten rechnen.

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