Vorbereitungen für ersten Atommüll-Transport auf dem Neckar

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Der Castoren-Transport wäre damit der deutschlandweite erste auf einem Binnengewässer. Beim ersten Transport von Obrigheim sei dann in Heilbronn eine Demonstration geplant.

Atomkraftgegner protestieren gegen die etwa 50 Kilometer weite Verfrachtung auf dem Neckar.

Für den Transport auf dem Neckar soll ein bestimmter Castor-Typ verwendet werden. "Die Gemeinde Neckarwestheim prüft nun, ob sie eine Beschwerde gegen die Ablehnung des Eilrechtsschutzantrags durch das Verwaltungsgericht (VG) Berlin einlegt", so Bürgermeister Jochen Winkler am Dienstagnachmittag in einer schriftlichen Stellungnahme. Diese hätte aber keine aufschiebende Wirkung, hieß es. Castor steht für "Cask for storage and transport of radioactive material" (Behälter für Lagerung und Transport von radioaktivem Material). Das tonnenschwere Metall und die aufwendige Abdichtung der Behälter sorgt den Angaben zufolge dafür, dass die von den Brennelementen ausgehende Strahlung keine Gefahr für die Umgebung darstellt. Zudem bezweifelt man, dass das Zwischenlager Neckarwestheim nach dem Atomgesetz als standortnah für das Kernkraftwerk Obrigheim gewertet werden kann.

Das Gericht räumte ein, die Rechtmäßigkeit der Genehmigung sei im Eilverfahren nicht zu klären. Denn ohne Vorlage des auch dem Gericht aus Geheimhaltungsgründen nicht zugänglich gemachten Sicherheitskonzepts sei dies nicht möglich. Trotzdem bestehe ein erhebliches öffentliches Interesse an der Transportgenehmigung, denn sonst würde sich der Rückbau des stillgelegten Atommeilers Obrigheim verzögern. Dadurch sah die Gemeinde ihre Selbstverwaltungsgarantie verletzt.

Ein Sprecher des Stuttgarter Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) begrüßte die Entscheidung. Obrigheim ist das älteste Atomkraftwerk in Deutschland und ging 2005 vom Netz. Die deutlich jüngeren Meiler in Philippsburg und Neckarwestheim laufen noch bis 2021 und 2022. Allerdings sei das Schiff "praktisch unsinkbar", hatte der Chef der Kernkraft-Gesellschaft der EnBW, Jörg Michels, bereits im Mai versprochen. Hingegen bezeichnet die Landesvorsitzende des Umweltverbandes BUND, Brigitte Dahlbende, den Transport auf dem Neckar als "riskanteste Variante". Das Zwischenlager in Neckarwestheim ist bis 2046 genehmigt.

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