Deutschland und Chile trennen sich 1:1

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Nachdem Löw seine Startelf gegen Chile im Vergleich zum 3:2 beim Auftakt über Australien auf vier Positionen geändert hatte, denkt der Bundestrainer erneut über einige Wechsel nach.

Zwei Spiele, zwei Tore - viel besser konnte es für ihn nicht beginnen in Russland.

Die deutschen Kicker hatten den Auftakterfolg der Chilenen gegen Kamerun am TV verfolgt, wie der Gladbacher Lars Stindl berichtete. "Es war für uns ein Spiel mit allerhöchsten taktischen Ansprüchen, die wir zu erfüllen hatten", sagte der 57-Jährige, der seinen 100. Sieg als Bundestrainer halt noch einmal vertagen musste.

Auf der Gegenseite ließ der frühere Hoffenheimer Eduardo Vargas die Querlatte erbeben (20.), das 0:2 lag in der Luft und wäre wohl entscheidend gewesen.Es fiel nicht - das war die Nachlässigkeit der Chilenen. "Das ist eine sehr starke Mannschaft, sehr eindrucksvoll". Trotz der anfänglichen Überlegenheit wertete Chiles Aggressive Leader den Punkt gegen den Weltmeister als wichtigen Prestigeerfolg. Im Gegensatz: Der erste konstruktive Angriff des Weltmeisters führte gleich zum Ausgleich. "Jeder einzelne von uns muss an seine Grenzen gehen", sagte Angreifer Julian Brandt". "Unser Ziel ist es, hier als Champions rauszugehen und nicht dass wir alle Spiele gewinnen", sagte Bayerns Arturo Vidal. "Dann wird's spannend." Julian Draxler rechnet damit, dass die von ihm angeführte DFB-Auswahl auch an den Aufgaben beim WM-Testturnier wachsen wird. Nach einem Abspielfehler von Deutschlands Verteidiger Shkodran Mustafi lief Alexis Sanchez nach einem Zuspiel von Arturo Vidal alleine in den Strafraum und bezwang DFB-Keeper André ter Stegen in der nahen Ecke (6.). Der Schlussmann vom FC Barcelona soll dabei ein größerer Rückhalt sein als der im ersten Spiel bei den Gegentoren patzende Leverkusener Bernd Leno. Kapitän Draxler und der gegen Australien noch herausragende Leon Goretzka konnten nun einige Minuten etwas freier kombinieren, was schließlich Can für einen klugen Pass auf den links durchstartenden Jonas Hector nutzte. Auch der Bundestrainer erkannte die insgesamt fehlende defensive Stabilität als Mangel. "Chile ist hart und geschickt in den Zweikämpfen", bemerkte Löw.

In Emre Can könnte zudem ein zweikampfstarker Mann ins Mittelfeld rücken. Der Leipziger Timo Werner wiederum würde als Turbostürmer das Pressing forcieren und Schnelligkeit ins Angriffsspiel bringen. Gegen Chile sei er für das Team "unglaublich wichtig" gewesen.

Zur praktischen Vorbereitung blieb ihm nur das Abschlusstraining mit allen 21 Akteuren am Mittwochabend in der WM-Arena an der Wolga. Mehr Aufreger gab es in den 90 Minuten nicht. Er setzt darum auf vermehrte Teamsitzungen und Videovorbereitung im Teamhotel. Und so haben beide Mannschaften beste Chancen, das Halbfinale des Confed-Cups zu erreichen. "Das Turnier ist ja auch dafür da, sich mit solchen Mannschaften zu messen", sagte der Schalker Goretzka, Deutschlands Bester gegen Australien.

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