Autozulieferer Takata beantragt Gläubigerschutz

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42 Millionen Fahrzeuge mussten weltweit aufgrund defekter Airbags der Japaner zurückgegeben werden. Ein BMW-Sprecher sagte: "Takata ist ein Zulieferer, auf den wir auch in Zukunft nicht verzichten wollen". Der Sprecher sagte: "Takata Europa steht auf einem starken Fundament und einer soliden finanziellen Basis".

Das Geschäft in Europa dürfte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von einer möglichen Insolvenz in Japan nicht betroffen sein. "Wir verfügen über gute und unterstützende Kundenbeziehungen in Europa".

An der Tokioter Börse ließ die Nachricht die Aktien des Konzerns um mehr als die Hälfte einbrechen. Bereits in der vorigen Woche waren sie nach ähnlichen Berichten verschiedener Medien unter Druck geraten.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf informierte Quellen meldete, hat sich Takata bislang noch nicht mit den Autobauern auf das genaue Timing beim weiteren Vorgehen geeinigt.

Defekte Airbags von Takata machen der Automobilindustrie schon seit Jahren zu schaffen.

Sobald das Unternehmen Gläubigerschutz beantragt hat und das gerichtliche Insolvenzverfahren eingeleitet ist, könnte Takata von Key Safety Systems (KKS) übernommen werden, wie die Wirtschaftszeitung "Nikkei's" am Freitag berichtete.

Angesichts gewaltiger Verbindlichkeiten in Höhe von umgerechnet mehr 8 Milliarden Euro wäre die Insolvenz des Autozulieferers die größte eines Produktionsunternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte. Bei langer Einwirkung von Hitze und Luftfeuchtigkeit kann der Airbag bei einem Unfall zu stark auslösen. Diese Mängel haben allein in den USA zum Rückruf von fast 70 Millionen Airbags geführt, sie werden für den Tod von mindestens 16 Menschen verantwortlich gemacht. Takata hat zuletzt den dritten Jahresverlust in Folge eingefahren: Umgerechnet stand in dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr ein Minus von umgerechnet 640 Mio. Um einen konkreten Umbauplan wird den Angaben zufolge aber noch gerungen.

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