Slowaken-Coach über DFB-Team: "Eine Schande"

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Der frühere Leverkusen-Profi (machte zwischen 1992 und 1995 86 Bundesliga-Spiele) mit Tränen in den Augen: "Ich bin unglaublich enttäuscht".

Pavel Hapal (r.) im Trikot von Bayer Leverkusen. "Deutschland und Italien haben die Slowakei aus dem Turnier geworfen".

Was war passiert? Die Slowaken müssen die Heimreise antreten, weil ihnen Deutschland durch die knappe Niederlage gegen Gruppensieger Italien den Halbfinal-Platz des besten Zweitplatzierten der drei Gruppen noch entrissen hatte. Als "Schande" bezeichnete der Trainer der slowakischen U21 in der Nacht zum Sonntag das EM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Italien (0:1).

Auf den Tag genau 35 Jahre ist es her, als sich die deutsche A-Nationalmannschaft bei der WM 1982 in Spanien das Skandalspiel gegen Österreich (1:0) leistete. "So etwas gehört nicht zum Fußball".

Die Slowakei hatte durch das 0:1 (0:1) den Einzug in das Halbfinale verpasst. "Jemand sollte etwas unternehmen, auch wenn es ein so grosses Land wie Deutschland betrifft".

Hapals Reaktion war einerseits verständlich, schließlich wäre der Halbfinaleinzug der Slowakei eine kleine Sensation gewesen. DFB-Sportdirektor Horst Hrubesch wies entsprechende Fragen schon direkt nach Schlusspfiff deutlich zurück. "Dass man versucht, sicher zu spielen, ist glaube ich in den letzten fünf, sechs Minuten ganz normal", sagte Hrubesch. Stürmer Davie Selke gab immerhin zu, dass es für die Zuschauer "vielleicht nicht so amüsant" war.

Die slowakischen Gazetten reagierten dann auch mit Empörung. "Das war schreckliches Theater, eine Fußball-Parodie", titelte die Boulevardzeitung Novy Cas aus Bratislava in ihrer Online-Ausgabe. Hätte Tschechien gegen Dänemark gewonnen, wäre Italien bei diesem Ergebnis sogar ausgeschieden - und bis zu 73. Minute hielt Tschechien immerhin ein 2:2.

In der Tat waren beide Teams lange Zeit noch zu Chancen gekommen.

Sein versteckter Vorwurf: Italien und Deutschland hätten ohne weiteres Risiko gespielt. Er wolle nun keine Spiele der EM mehr sehen, sagte Hapal schließlich. Obwohl - seine Sympathien sind seit Samstag klar verteilt: "Ich würde mich freuen, wenn England und Spanien ins Finale kämen".

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