Airbag-Hersteller Takata will Gläubigerschutz beantragen

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Das Europa-Geschäft soll von einer möglichen Insolvenz in Japan aber nicht betroffen sein.

Insider geht davon aus, dass Takata am Montag einen Antrag auf Gläubigerschutz am zuständigen Bezirksgericht in Tokio einreichen wird, berichtet Reuters.

Mit einem solchen Schritt sollen Verluste etwa von Geldgebern im Fall einer Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens begrenzt werden. Takata beschäftigt in Aschaffenburg und Bad Kissingen rund 2000 Mitarbeiter, wie ein Sprecher am Donnerstag sagte. "Wir verfügen über gute und unterstützende Kundenbeziehungen in Europa".

Die Aktien des japanischen Autozulieferers Takata sind am Donnerstag wegen hartnäckiger Spekulationen um einen bevorstehenden Insolvenzantrag scharf eingebrochen.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf informierte Quellen meldete, hat sich Takata bislang noch nicht mit den Autobauern auf das genaue Timing beim weiteren Vorgehen geeinigt.

Nach dem Antrag auf Gläubigerschutz werde Takata bei der Sumitomo Mitsui Financial Group Überbrückungskredite beantragen. Angesichts enormer Verbindlichkeiten von mehr als einer Billion Yen (rund 8,1 Milliarden Euro) wäre es die größte Pleite eines produzierenden Unternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte. Takata kämpft seit mittlerweile mehreren Jahren mit den Folgen eines Skandals um explodierende Airbags. Aussichtsreichster Kandidat ist dem Unternehmen zufolge der chinesisch kontrollierte Zulieferer Key Safety Systems. Bei langer Einwirkung von Hitze und Luftfeuchtigkeit kann der Airbag bei einem Unfall zu stark auslösen.

Von einer möglichen Insolvenz könnten auch BMW und Audi betroffen sein, die von Takata Airbags und Lenkräder beziehen und für Rückrufe möglicherweise defekter Airbags schon mehrere Hundert Millionen Euro ausgeben mussten. Takata hat zuletzt den dritten Jahresverlust in Folge eingefahren: Umgerechnet stand in dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr ein Minus von umgerechnet 640 Mio. Um einen konkreten Umbauplan werde aber noch gerungen.

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