Cyber-Attacke auf Parlament in Großbritannien

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Die Hacker hätten versucht, sich Zugang zu Emails zu verschaffen, sagte eine Sprecherin des Unterhauses.

Auch aus den USA, Deutschland oder Frankreich gab es in der jüngsten Vergangenheit Cyber-Angriffe auf Behörden, Parteien und Parlamentsmitglieder. Das nationale Zentrum für Cybersicherheit und die Kriminalbehörde NCA sind in den Untersuchungen eingeschaltet.

Das britische Parlament ist Ziel einer Cyberattacke geworden. Zwischenzeitlich wurde der komplette Netzwerkzugang der Parlamentscomputer deaktiviert. Zuvor seien "ungenehmigte Versuche, auf parlamentarische Nutzerkonten zuzugreifen" entdeckt worden, sagte eine Sprecherin des Londoner Unterhauses am Samstag. Die Abgeordneten können nun außerhalb des Parlamentsgebäudes nicht mehr auf ihre E-Mail-Konten zugreifen.

Der Politiker Henry Smith von den Konservativen nahm die Störungen mit Humor: "Wir haben eine Cyber-Attacke von (Nordkoreas Machthaber) Kim Jong Un, (des russischen Präsidenten Wladimir) Putin oder einem Kind im Keller seiner Mutter", twitterte er.

Am Sonntag äußerte sich ein Parlamentssprecher zum bislang bekannten Ausmaß der Cyberattacke.

Handelsminister Liam Fox sagte im Fernsehen, die Attacke sei keine Überraschung: "Wir wissen, dass unser Öffentlicher Dienst angegriffen wird". - In den vergangenen Tagen hatte es Berichte in britischen Medien gegeben, dass Passwörter von Parlamentariern online zum Verkauf angeboten worden seien. "Also ist es keineswegs überraschend, dass es einen Versuch gegeben hat, Parlaments-E-Mails zu hacken". Gegenüber ITV News erklärte er, der Angriff sei eine Warnung an alle, dass wir bessere Sicherheitsvorkehrungen und bessere Passwörter brauchen.

Erst vergangenen Monat hatte es einen groß angelegten internationalen Hackerangriff gegeben, der insbesondere auch das britische Gesundheitswesen traf. Betroffen waren hunderttausende Computer in 150 Ländern. Andernfalls würden die verschlüsselten Daten gelöscht.

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