Erdogan nennt Forderung nach Abzug von Truppen aus Katar respektlos

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Das Emirat will "angemessen" antworten. Zudem fand Trump wohlwollende Worte für den saudischen König Salman. Jede Forderung, die Anlage zu schließen, sei eine Einmischung in die bilateralen Beziehungen der Türkei mit Katar. Die USA seien zwar bereit, eine vermittelnde Rolle zu spielen. Teherans Politik ziele darauf ab, die Beziehungen zu Katar "immer weiter zu entwickeln", sagte der iranische Präsident Hassan Rouhani am Sonntag nach einem Telefonat mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani.

Loay Mudhoon von der "Deutschen Welle" unterstreicht: "Al-Jazeera steht im Fokus der Kampagne gegen Katar".

Die Saudis und die Emirate hatten Katar vorgehalten, Terroristen zu unterstützen. Der schiitische Iran und das sunnitische Königshaus von Saudi-Arabien konkurrieren um die Vorherrschaft in der Region. Es dürfe sich des Weiteren nicht länger in die innenpolitischen Angelegenheiten der Boykott-Staaten einmischen und Bürgern von dort die katarische Staatsangehörigkeit gewähren.

Die türkische Militärpräsenz in Katar soll beendet werden. Die Regierung in Doha nannte die 13 Forderungen unrealistisch.

Bezüglich der türkischen Militärbasis in Katar sagte der Regierungssprecher von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan, der diesbezügliche Kalender sei vom Generalstab ausgearbeitet worden und werde dementsprechend auch umgesetzt. Al-Dschasira reagierte damit nach eigenen Angaben auf Medienberichte über Forderungen, den Sender abzuschalten. Etwa 100 türkische Soldaten sind in Katar stationiert, weitere 25 wurden am Donnerstag dorthin verlegt. "Unsere Aktivitäten richten sich nicht gegen ein bestimmtes Land", teilte das türkische Außenministerium mit. An Katar überbracht hat diese Kuwait, das sich anders als Ägypten und Bahrain dem Embargo nicht angeschlossen hat und als Vermittler auftritt. Es soll al-Jazeera samt der nicht-arabischen Kanäle schließen und die Unterstützung für die Medien Arabi 21 und Middle Esat Eye soll einstellen. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hatten ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und auch den Flug- und Schiffsverkehr unterbrochen.

Nun hat Saudi Arabien erstmals eine Liste mit Forderungen vorgelegt, die Katar erfüllen soll, damit die Blockade wieder aufgehoben wird. Beobachter gehen vielmehr davon aus, dass sie bewusst harsch formuliert wurden, um Katar eine Annahme quasi unmöglich zu machen.

Auch der Sender Al Dschasira wehrt sich gegen die Rufe nach einer Schließung. Die Forderungen seien nichts anderes als ein Versuch, die Meinungsfreiheit in der Region und das Recht der Menschen auf Information zu unterdrücken. Zudem sind die Länder verärgert darüber, dass Katar ihren harten Kurs gegenüber dem Iran nicht mitträgt.

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