Katar-Nachbarstaaten fordern Einstellung von Al-Dschasira

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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nannte die Forderung respektlos.

Washington. Um im Streit zwischen Katar und anderen arabischen Ländern voranzukommen, stellen die Golfstaaten nun Forderungen an Doha - unter anderem die Schließung des Nachrichtensenders Al-Dschasira.

Kairo. Zwei Tage lang telefonierte US-Außenminister Rex Tillerson mit den Kontrahenten am Golf. "Es ist weiser, dass Katar die Forderungen und Bedenken seiner Nachbarn ernst nimmt".

In einer der Nachrichtenagentur AP vorliegenden Liste werden 13 Punkte aufgezählt.

Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Anwar Gargasch, warf Katar vor, die Liste an die Medien weitergereicht zu haben, um damit Kuwaits Vermittlungsbemühungen zum Scheitern zu bringen. Während al-Jazeera als "Stimme des Arabischen Frühlings" also einerseits mit den vielen herrschaftsstabilisierenden Staatsmedien in der Region konkurrierte, zeichnete sich andererseits immer klarer Dohas Parteinahme für islamistische Kräfte ab. Beobachter gehen vielmehr davon aus, dass sie bewusst harsch formuliert wurden, um Katar eine Annahme quasi unmöglich zu machen. Mal sagte man den Allierten sowie den US-Amerikanern zu, um sie dann wieder zu revidieren, weil aus ihrem Land heraus kein Araber oder Muslime getötet werden sollten. Da Saudi-Arabien die einzige Grenze auf dem Landweg zu Katar geschlossen hat, kann die Hilfe nur noch mit dem Schiff oder dem Flugzeug geliefert werden.

Die Krise brachte auch die Landeswährung Katars stark unter Druck. Ein Punkt auch: Die Schließung des TV-Senders Al Jazeera. Die Forderungen seien nichts anderes als ein Versuch, die Meinungsfreiheit in der Region und das Recht der Menschen auf Information zu unterdrücken.

Sie beschuldigen Katar, Terrororganisationen wie den Islamischen Staat (IS) zu unterstützen. "Die ergriffenen Maßnahmen werden bestehen bleiben, bis eine langfristige Lösung des Problems erreicht ist", sagte der Boschafter der Emirate in den USA, Jussef al-Otaiba, in einem Interview. Die Türkei teilte mit, dass sie der Forderung, ihren Militärstützpunkt zu schließen, nicht nachkommen werde.

Al-Jazeera hatte in der Nacht unter Berufung auf Insider berichtet, die Forderungen seien an Katar übergeben worden. Anfang Juni eskalierte der Streit zur größten Krise am Golf seit Jahren, als die vier arabischen Länder ihre wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen zu Katar abbrachen und Reiseverbindungen auf die Halbinsel im Persischen Golf kappten.

Ist Katar zu mächtig geworden?

Dabei könnte auch der Iran mithelfen, sagte Ruhani. "Diese Krise könnte die politische Stabilität der Herrscherfamilie in Katar langfristig bedrohen, falls sie andauert". So müssten die diplomatischen Beziehungen Katars zum Iran reduziert, die Vertretungen dort geschlossen, Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden ausgewiesen sowie gemeinsame militärische oder geheimdienstliche Kooperationen beendet werden. Das Emirat weist die Vorwürfe zurück und wird vom Iran - dem Erzrivalen Saudi-Arabiens - und der Türkei unterstützt. Sie verlangen unter anderem den Abzug der türkischen Soldaten aus Katar. Katar müsse jede militärische Kooperation mit der Türkei innerhalb Katars beenden.

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