Lindner kritisiert Äußerungen von SPD-Kanzlerkandidat Schulz

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Zuletzt lag die SPD im ZDF-Politbarometer nur noch bei 25 Prozent - 14 Prozent hinter der Union. Plötzlich unterbricht der SPD-Kanzlerkandidat seine Rede auf dem Programmparteitag. Damit hat der SPD-Chef und Kanzlerkandidat auf dem Dortmunder Bundesparteitag eine rote Linie gezogen für die Verhandlungen nach der Bundestagswahl.

Laschet kündigte an, die Union werde "vor der Sommerpause ein konkretes Programm vorlegen".

Er verwies darauf, dass die CDU bei den jüngsten drei Wahlkämpfen im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen engagiert um Nichtwähler geworben habe. "Auch wenn Herr Schulz wegen der Umfragewerte frustriert sein mag, sollte er doch Maß und Mitte wahren", schrieb Tauber am Sonntagabend auf seiner Facebook-Seite. CDU und CSU seien in den Kernfragen "eng beieinander".

"So groß darf die Verzweiflung niemals sein, dass wir Demokraten uns gegenseitig Anschläge auf die Demokratie vorwerfen", entrüstete sich CDU-Generalsekretär Peter Tauber via Twitter. Nach aktuellen Umfragen ist eine Neuauflage der grossen Koalition unter Führung der Union die wahrscheinlichste Machtoption für die SPD.

Die Linken-Politikerin warf Schulz vor, die gleiche Wahlkampftaktik anzuwenden wie Kanzlerin Angela Merkel.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Parteitag der Sozialdemokraten in Dortmund scharf angegriffen.

"Er scheint zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Wahlkampfes die Nerven verloren zu haben", kommentierte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Montag die Attacke von Schulz.

Schulz ist zuversichtlich, dass es noch zu einer Wechselstimmung kommt.

Die CDU bestreitet, dass das die Taktik der Kanzlerin sei.

Die Ehe für alle zur Koalitionsbedingung zu machen, mache die Lage "noch absurder", sagte Laschet Man könne nicht aus einem Wahlprogramm mit 30, 40 Punkten einen herausgreifen und zur Bedingung machen. "Die Abstimmung gegen die Vermögenssteuer auf dem SPD-Parteitag lässt daran zweifeln". Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht sagte, "der Parteitag ist der Endpunkt einer großen Desillusionierung".

Martin Schulz spricht schon fast eine Stunde, es geht gerade um die Stabilisierung des Rentenniveaus. Das strittige Thema Vermögensteuer hatte die Parteispitze kurz vor dem Parteitag vertagt, in dem sie eine Kommission gründete. Dazu passe, dass die SPD nicht mal mehr wage, "eine Besteuerung der Vermögen von Multimillionären und Milliardären zu fordern". "Eine SPD, die nichts wesentlich anders machen will als die Union, braucht kein Mensch", so Wagenknecht.

Zurückhaltender reagierte die Linken-Vorsitzende Katja Kipping, doch auch sie äußerte Zweifel am Willen des SPD-Kanzlerkandidaten, einen echten Regierungswechsel etwa hin zu Rot-Rot-Grün herbeiführen zu wollen.

Schulz erhält für seine Rede fast zehn Minuten Applaus, die Delegierten erheben sich von ihren Stühlen.

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