Nach Attacke gegen Frau auf U-Bahn-Treppe: Prozess-Neustart

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Das Gericht hatte einem Befangenheitsantrag gegen eine Schöffin stattgegeben.

Der Neustart im Prozess um die brutale Attacke gegen eine Passantin auf einer Berliner U-Bahn-Treppe hat mit einem Geständnis des Angeklagten begonnen (lesen Sie hier mehr zur Festnahme des Mannes). Dem 28-jährigen Svetoslav S. wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Sie soll sich abfällig über kriminelle Jugendliche mit Migrationshintergrund geäußert haben.

In einem ersten Anlauf war das Verfahren noch vor Verlesung der Anklage wegen eines Befangenheitsantrags gegen eine Schöffin ausgesetzt worden (mehr dazu lesen Sie hier). Während viele den Mann noch in seiner bulgarischen Heimat vermuteten, wurde er kurz vor Weihnachten in Berlin gefasst, als er auf dem Zentralen Omnibusbahnhof aus Südfrankreich ankam. Zur Suche nach dem Angreifer und seiner drei Begleiter wurden Überwachungsbilder des Angriffs veröffentlicht. In den Vernehmungen soll er die Tat gestanden haben. Zu hören war, dass er möglicherweise unter Drogen oder Alkohol stand. Ein Gutachter soll im Prozess prüfen, ob der Mann schuldfähig ist. Die Frau tritt im Prozess als Nebenklägerin auf, wird aber für Montag noch nicht im Gericht erwartet. Sie sei als Zeugin für den 29. Juni geladen, hieß es.

Möglich wäre eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Dabei aber wird es nicht bleiben: Der Angeklagte muss sich außerdem wegen exhibitionistischen Handlungen verantworten.

Der Angeklagte ist nach Angaben von Ermittlern in Deutschland nicht vorbestraft. In seinem Heimatland soll er bei Polizei und Justiz mehrfach aufgefallen sein - unter anderem wegen Diebstahls und Fahrens ohne Führerschein.

Ein Urteil finden soll nun die 21. Schöffen sind ehrenamtliche Richter, die für eine Dauer von fünf Jahren gewählt werden. Ihre Beteiligung an Gerichtsverfahren soll das Vertrauen der Bürger in die Rechtssprechung stärken. Zudem können sie auch selbst Angeklagte, Sachverständige und Zeugen befragen.

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