Nestle-Aktie nach Investoreneinstieg auf Allzeithoch

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Vevey - Der Einstieg von US-Milliardär Daniel Loeb bei Nestlé sorgt bei Anlegern für Fantasie: Die Aktie des Nahrungsmittelkonzerns schoss am Montag auf ein neues Allzeithoch. Gegenüber dem Schlusskurs vom Freitagabend entspricht das einem Plus von 4,7 Prozent. Der Börsewert des Konzerns liegt damit bei 267 Milliarden Franken.

Der vom 55-jährigen Amerikaner geführte Hedgefonds Third Point investierte rund 3,5 Milliarden Dollar in zirka 40 Millionen Nestle-Aktien, wie aus einem Brief an die Investoren, der der Nachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, hervorgeht.

Für Nestlé werden die Zeiten ab sofort rauer: Der Hedgefonds Third Point ist mit drei Milliarden Euro in den Lebensmittelkonzern eingestiegen und verlangt nun einen massiven Konzernumbau. Das entspräche einem Stimmenanteil von rund 1,3 Prozent.

Der Fonds ist damit achtgrösster Aktionär von Nestlé. Größter Einzelaktionär ist der Vermögensverwalter Blackrock mit einem Stimmenanteil von 3,7 Prozent.

Third Point wird in der Finanzwelt zu den aktivistischen Investoren gezählt.

Rückblende: Seine Finanzfirma Third Point gründete Loeb im Jahr 1995, als er bereits mehr als ein Jahrzehnt im Geschäftsleben hinter sich hatte: Start 1984 beim Private-Equity-Spezialisten Warburg Pincus, danach Stationen beim Plattenlabel Island Records, der US-Investmentbank Jefferies LLC sowie der Citigroup, und schließlich der Schritt in die Selbstständigkeit. Diese wollen ganz gezielt Einfluss auf Firmenentscheidungen nehmen und treten mitunter aggressiv auf. Loeb ist berüchtigt dafür, sich mit dem Management seiner Beteiligungen anzulegen.

In einem offenen Brief kritisierte Loeb denn auch die unterdurchschnittliche Kursentwicklung der letzten Jahre und forderte vom Nestlé-Management einen aktionärsfreundlicheren Kurs. Zuletzt hatte ein Medienbericht über einen Einstieg von Third Point bei Philips den Aktienkurs des Medizintechnikkonzerns beflügelt. Nestle soll seine 23-prozentige Beteiligung an dem französischen Kosmetikkonzern L'Oreal veräußern.

Der neue Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider hatte jüngst einen möglichen Verkauf des Süssigkeitengeschäfts in den USA in Aussicht gestellt. Von Nestlé war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

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