Prozess gegen U-Bahn-Treter beginnt neu

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Der Neustart im Prozess um die brutale Attacke gegen eine Passantin auf einer Berliner U-Bahn-Treppe hat mit einem Geständnis des Angeklagten begonnen. Dem 28-jährigen Svetoslav S. wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Er gebe zu, dass er die Frau die Treppe hinuntergetreten habe, erklärte der 28-Jährige vor dem Landgericht Berlin.

Der Täter sieht zu, wie die Frau die Treppe runterstürzt und unten aufschlägt. Der Prozess platzte im ersten Anlauf, weil die Verteidigung zum Auftakt am 15. Juni eine Schöffin wegen Voreingenommenheit ablehnte. Nun startet der Prozess mit neuen ehrenamtlichen Richtern.

Das damals 26-jährige Opfer erlitt einen Armbruch und eine Verletzung am Kopf.

Das Video der Tat rief bundesweit Empörung und Entsetzen hervor. Nach weiteren vier Tagen war der Tatverdächtige identifiziert. Wieder war die Debatte über mehr Videoüberwachung im öffentlichen Raum aufgeflammt. Die Frau tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf.

Der mutmaßliche Treter war zunächst untergetaucht und mit Haftbefehl gesucht worden. Kurz vor Weihnachten wurde er in Berlin gefasst. Der Verdächtige soll die Tat in Vernehmungen gestanden haben, hieß es im Gericht.

Das Motiv aber liegt bis heute im Dunkeln.

Ein Gutachter soll im Prozess aber prüfen, ob S. schuldfähig ist. Möglicherweise stand der Bulgare bei der Tat unter Drogen oder Alkohol.

Bei einer Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung droht dem Angeklagten eine Haftstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Der Angeklagte, der in Untersuchungshaft sitzt, muss sich zudem wegen exhibitionistischer Handlungen verantworten. Zwei Wochen vor der mutmaßlichen Attacke im U-Bahnhof soll sich der Verdächtige auf einem Parkplatz vor zwei Frauen entblößt und masturbiert haben, 35 Minuten später habe er dies in einer Grünanlage vor einer Zeugin wiederholt.

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