Toter Busfahrer nach Inferno auf A9 unter Verdacht

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Münchberg. Der Tag nach dem verheerenden Busbrand auf der Autobahn 9 in Nordbayern steht allein der gestorbene Busfahrer als möglicher Verursacher im Fokus der Fahnder, gegen andere Personen wird nicht ermittelt. Der Zustand der 30 Verletzten sei unverändert. Der Firmensitz des Busunternehmens in Sachsen sei durchsucht worden, teilten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof mit. Er fuhr auf einen Sattelzug auf - mindestens 31 Menschen wurden dabei teilweise schwer verletzt.

Zwischen den Anschlussstellen Münchberg-Süd und Gefrees war am Montag ein Reisebus mit 48 Menschen an Bord auf einen Sattelzug aufgefahren und sofort in Brand geraten. In dem Zusammenhang seien Unterlagen in Bezug auf den Reisebus und die beiden Busfahrer sichergestellt worden. Bei dem Unglück starben 18 Menschen. "Deren Auswertung wird mit Nachdruck betrieben". Zwei Sachverständige für Verkehrsunfälle und Brände hätten keine Hinweise darauf gefunden, dass der Reisebus bereits vor dem Aufprall auf den Anhänger gebrannt hat. Bei drei von ihnen besteht weiterhin Lebensgefahr. Vieles spreche dagegen dafür, dass das Feuer nach der Kollision ausgebrochen ist. Für Mittwoch stehe ein weiterer Rücktransport fest. Notfallseelsorger begleiten die Polizei. Der Lastwagenfahrer war körperlich unverletzt geblieben, erlitt aber einen Schock. Baden-Württemberg denkt über eine Bundesratsinitiative zum obligatorischen Einsatz von Notbremssystemen für Busse nach. "Das Problem ist allerdings: Der Fahrer kann diesen Notbremsassistenten abschalten, was offenkundig häufig gemacht wird", sagte Innenminister Thomas Strobl (CDU). Ob ein technischer Defekt eine Rolle gespielt haben könnte, sagten die Ermittler zunächst nicht. Allerdings griffen die Bußgeld-Pläne von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zu kurz, sagte der rechtspolitische Sprecher Johannes Fechner. "Wer aus Sensationslust die Rettung von Menschenleben blockiert, muss mit einer empfindlichen Geldstrafe oder Gefängnis bestraft werden".

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