Anti-IS-Koalition dringt in Raqqas Altstadt ein

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"Es gibt heute seit Tagesanbruch erbitterte Kämpfe in der Altstadt und wir haben 200 Kämpfer in der Gegend mobilisiert", sagte der Sprecher einer mit den SDF verbündeten Einheit.

Der IS nutze die historische Stadtmauer zur Verteidigung und habe bereits bestehende Durchgänge vermint, erklärte das amerikanische Zentralkommando.

Die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) sind nach monatelangen Kämpfen erstmals in die Altstadt der Daesh-Hochburg Rakka vorgedrungen. Mit Hilfe der neu geschlagenen "kleinen Lücken" in der Altstadtmauer könnten die Soldaten der Koalition die IS-Kämpfer jedoch umgehen und den Rest der Mauer, die insgesamt zweieinhalb Kilometer lang ist, vor der Zerstörung bewahren. Die Zahl der Opfer auf Seite der Anti-IS-Koalition wurde nicht genannt.

Das Institute for the Study of War schätzt, dass sich noch bis zu 100'000 Zivilisten in Al-Rakka aufhalten.

Noch am vergangenen Donnerstag hatten die SDF-Kämpfer dem IS den letzten Fluchtweg aus der Stadt abgeschnitten, die Extremisten sind in der Stadt eingeschlossen.

In Astana kamen inzwischen Vertreter Russlands, des Irans und der Türkei zu Gesprächen über "Deeskalationszonen" zusammen, mit denen eine Beendigung der Kämpfe vorbereitet werden soll. Die vollständige Eroberung könnte Beobachtern zufolge Wochen, vielleicht auch Monate dauern. Seitdem eroberten sie einige Viertel im Osten und Westen der Stadt.

Rakka war 2014 von den Dschihadisten des IS eingenommen und zur Hauptstadt ihres sogenannten Kalifats erklärt worden. Im Jahr 2016 hatte die US-Koalition den Beginn ihres Einsatzes zur Befreiung von Rakka angekündigt.

Das SDF-Bündnis wird von den kurdischen Volksschutzeinheiten YPG geführt, ihm gehören aber auch arabische Kämpfer an.

Zudem hat sich die Terrormiliz komplett aus der syrischen Provinz Aleppo zurückgezogen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bezeichnete das Vorrücken als "großen Fortschritt", weil die Kämpfe nun in die Stadt selbst getragen worden seien.

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