Neuer Teilchenbeschleuniger entsteht bei Darmstadt

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Mit der Anlage wollen Wissenschafter aus aller Welt Geheimnisse aus der Zeit nach dem Urknall vor 13,8 Milliarden Jahren lüften. Am Dienstag erfolgt der Spatenstich für die internationale Teilchenbeschleuniger-Anlage Fair am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt. Der volle Betrieb mit einer beispiellosen Vielfalt an Experimenten ist für 2025 geplant.

"Wir bewegen uns an der Grenze des technisch und wissenschaftlich Möglichem", sagte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Fair GmbH und Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, Georg Schütte.

Ein besonders wichtiger Bestandteil soll ein unterirdischer Ringbeschleuniger in fast 20 Metern Tiefe mit einem Umfang von 1,1 Kilometern sein. In ihm werden kleinste, elektrisch geladene Teilchen, Ionen und Antiprotonen, auf ein extrem hohes Tempo gebracht.

Für die Anlage ist ein Investitionsvolumen von etwa 1,3 Milliarden Euro veranschlagt.

Forscher wollen beobachten, wie beim Zusammenstoß durch den extremen Druck und die extreme Temperatur neue Teilchen und Materieformen entstehen.

Beim Aufprall sollen ähnlich hohe Temperaturen erzeugt werden wie etwa im Inneren von Sternexplosionen. Der Bund übernimmt laut Fair 65 Prozent davon, das Land Hessen 10 Prozent.

Bis es so weit ist, müssen laut Planung noch zwei Millionen Quadratmeter Erde bewegt werden - was etwa der Menge beim Bau von 5000 Einfamilienhäusern entspricht. Auf der Baustelle sollen bis zu 1000 Menschen beschäftigt werden. Am häufigsten verglichen wird die Anlage in Darmstadt mit dem Europäischen Kernforschungszentrum Cern bei Genf.

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