Gedenk-Feierlichkeiten zum Putschversuch in Türkei

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Am Taksim-Platz lieferten sich Polizei und Soldaten wilde Gefechte – Teile des Parlaments wurden aus der Luft und von Panzern beschossen, 290 Menschen starben. Ihm wird "Terrorunterstützung" vorgeworfen. Luc Walpot, Leiter des ZDF-Studios in Istanbul, schildert anhand unterschiedlicher Schicksale, was seit dem 15. Juli 2016 in der Türkei grundlegendend anders geworden ist.

In der Türkei beginnen heute landesweite Feierlichkeiten zum Gedenken an den Putschversuch vor einem Jahr.

Gefängnis in Antalya: Nach dem Putschversuch vom 15. Juli waren die Haftanstalten zeitweise überfüllt.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim besuchten einen "Märtyrerfriedhof" im Istanbuler Stadtteil Edirnekapi, wie der Sender CNN Türk berichtete.

Türkeis Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci wollte am Sonntag anlässlich der Gedenkfeiern zum Putschversuch in Wien vor der türkischen Community bei einer Veranstaltung der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die der türkischen Regierungspartei AKP nahesteht, auftreten – doch Außenminister Sebastian Kurz verbot ihm die Einreise. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juli wird es bis spät in die Nacht sogenannte "Demokratiewachen" geben. Die Regierung in Ankara behauptet, dies sei ein Kommunikationsmittel der Anhänger des Predigers Fethullah Gülen, den sie für den Putschversuch verantwortlich macht. Höhepunkt ist eine Ansprache von Präsident Erdogan in der Nacht zu Sonntag um 02.32 Uhr im Parlament.

Auch ein Jahr nach dem Putschversuch jagt die türkische Regierung nach wie vor mutmaßliche Anhänger von Fethullah Gülen. Gülen weist das zurück. 249 Menschen, hauptsächlich Zivilisten, wurden von den Putschisten getötet, während mehr als 2.000 Menschen verletzt wurden.

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