Spezialgewächshaus ermöglicht Gemüsezucht in der Antarktis

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Das wird der 30-Jährige an einem unwirtlichen Ort tun: in der Antarktis.

Das sagte Paul Zabel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Freitag in Bremen.

Vier bis fünf Kilogramm Frischgemüse will er pro Woche ernten. Im Zentrum steht ein spezieller Gewächshaus-Container, in dem Pflanzen gezogen werden können.

Wenn er funktioniert, könnten mit dieser Technik in Zukunft Astronauten auf Langzeit-Weltraumflügen mit frischem Gemüse verpflegt werden. Vor allem aber geht es um die Abgeschiedenheit: Von Ende Februar bis Ende Oktober kann das neunköpfige Überwinterungsteam des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung auf der Station nicht beliefert werden. Nur die Strom- und Datenversorgung liefert die Forschungsstation.

Im Gewächshaus EDEN-ISS wachsen Pflanzen ohne Erde und mit künstlichem Licht. Die Wurzeln werden alle zehn Minuten computergesteuert mit einer Nährstofflösung besprüht. Die Tests in Bremen verliefen vielversprechend. Das Gewächshaus als geschlossenes System hat jedoch nicht nur den Vorteil, Crews auf der Erde, auf einem fremden Planeten oder auf ihrem Weg dazwischen, mit frischer Nahrung zu versorgen. "Wir können so Sauerstoff generieren und Wasser gewinnen, das Trinkqualität hat", so Schubert. Bei einer Mars-Mission, die drei Jahre dauere, sei vor allem auch die psychologische Wirkung nicht zu vernachlässigen. "Etwas Grünes hat einen positiven Effekt auf die Psyche des Menschen", betonte Schubert. Hansjörg Dittus, DLR-Vorstand für Raumfahrtforschung und -technologie. "Dabei treiben wir eine Schlüsseltechnologie voran, die Bewohnern klimatisch anspruchsvoller Regionen, wie zum Beispiel in der Antarktis, eine hochwertige, frische Ernährung ermöglicht ebenso wie Astronauten bei zukünftigen Langzeitmissionen". Ende Dezember wird das Gewächshaus 400 Meter entfernt von der Neumayer-Station III installiert.

Paul Zabel ist schon gespannt auf seinen einjährigen Einsatz.

"Im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts EDEN-ISS betreibt das DLR anwendungsbezogene Forschung, bei der Nahrungsmittelproduktion auf der Erde und in der bemannten Raumfahrt neue Impulse setzt", sagt Prof. Keine ganz leichte Aufgabe, schließlich wird er sich um die am besten kontrollierten Pflanzen der Welt kümmern: Täglich werden zum Kontrollzentrum in Bremen Bilder gesendet.

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