Regling schlägt Krisenfonds in Milliardenhöhe vor

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Er sagte dem "Handelsblatt", dabei könnte ein Euro-Krisenfonds helfen.

"Es geht hier weder um permanente Transfers noch um Schuldenvergemeinschaftung, sondern um eine kurzfristige und befristete Krisenintervention", betonte Regling. Als Größenordnung schlug Regling einen Betrag in Höhe von ein bis zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Euro-Zone vor.

Dies würde einer Summe zwischen 100 und 200 Milliarden Euro entsprechen.

Bei der Finanzierung des Fonds könne sich die Eurozone an den USA orientieren, sagte er. Vier ehemalige Krisenländer können sich wieder eigenständig an den Märkten finanzieren, und auch Griechenland dürfte. Die US-Bundesstaaten haben sogenannte Rainy-Day-Funds (Schlechtwetterfonds) mit Beiträgen aus ihrem jeweiligen Landeshaushalt gefüllt.

Der Euro-Rettungsfonds ESM teilt sich in Brüssel mit der Europäischen Investitionsbank ein Büro. Der EWF könne zum Beispiel an die Stelle des Internationalen Währungsfonds (IWF) treten, wenn es im Falle künftiger Krisen darum gehe, Spar- und Reformprogramme in betroffenen Staaten zu überwachen. Bei der finanziellen Unterstützung des hoch verschuldeten Eurozonen-Lands Griechenlands gibt es derzeit starke Spannungen zwischen dem IWF und Deutschland. - Die Reform der Eurozone ist auch Thema auf dem deutsch-französischen Ministerrat in Paris. Auch die EU-Kommission führte den "Schlechtwetterfonds" Ende Mai in ihrem Diskussionspapier zur Zukunft der Währungsunion als eine Option auf. Die Euro-Krise ist endgültig überstanden, und die Wirtschaft entwickelt sich überall besser als erwartet.

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