Yorck-Kino soll offenbar abgerissen werden

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Traurige Nachricht für alle Kino-Fans: Das legendäre Yorck-Kino in Berlin-Kreuzberg soll nach den Plänen des Hausbesitzers abgerissen werden - und Platz machen für Eigentumswohnungen! Dieser lehnte die Pläne des Investors ab.

Laut den Plänen aus dem Vorbescheidsantrag soll das Kino am jetzigen Standort mitsamt dem Nebenhaus einem Neubau mit Wohnungen sowie einer Tiefgarage weichen. Dem Bericht zufolge könnte das Kino möglicherweise im Neubau einen neuen Platz bekommen.

Neben dem Yorck-Kino soll auch das denkmalgeschütze Ensemble "Riemens Hofgarten" zu Wohnungen und Gewerberäume ausgebaut werden. Die Dachgeschosse sollen teils aus- und umgebaut werden.

Zu diesen Plänen liegen dem Senat Widersprüche vor, die nun geprüft werden müssen. Auch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg soll die Pläne ablehnen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will im Laufe des Sommers darüber entscheiden.

Auch der Vorsitzende des Berliner Mietvereins, Reiner Wild, äußerte sich gegenüber radioBERLIN 88,8. Wild beklagte den Verlust von Wohnqualität und Kiezkultur an der Yorkstraße, die mit dem Neubau "höchstmöglicher Rendite" geopfert würden.

Das berichtete der "rbb" am Freitagmorgen unter Berufung auf die Senatsverwaltung.

Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (55, Linke) schenkt jedoch Anhängern des Yorck-Kinos Hoffnung: "Insofern kann ich nur sagen, dass ich privat gerne dort bin und mir wünsche, dass das Yorck-Kino bleibt und die Riemens Hofgärten als solche erkennbar bleiben".

Insgesamt gibt es zwölf Yorck-Kinos in Berlin, in der Yorckstraße steht das Mutterhaus der Gruppe. Das Yorck-Kino liegt in einem denkmalgeschützten Gebäudekomplex zwischen Yorck- und Hagelberger Straße und wurde zwischen 1881 und 1899 erbaut. Er besteht aus rund 300 Wohnungen in 20 Häusern.

In den vergangenen 20 Jahren wurde der Komplex mehrfach verkauft und gehört gegenwärtig drei Parteien.

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