In Hurghada getötete Frauen waren Deutsche

Einstellen Kommentar Drucken

Nach seiner Tat sei der Messerstecher dann geflohen, schildert der Hotelier weiter. Abdel-Rahman S. habe in seinem Heimatort einen guten Ruf. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Kairo erfuhr, soll er der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) angehört haben. Nach Angaben des ägyptischen Staatlichen Informationsservices handelt es sich bei den beiden Getöteten um Deutsche. Außerdem verletzte er bei der Tat am Strand vier weitere Ausländer. "Menschen sind gestorben. Das ist nicht einfach", sagt er nur.

Mit welcher Motivation der festgenommene Mann - Berichten zufolge soll er 28 Jahre alt sein und aus Nordägypten stammen - die Tat beging, ist noch immer unklar.

Das Auswärtige Amt in Berlin äußerte sich zunächst nicht zur Identität der Opfer. "Dieser Typ ist rübergeschwommen und hat die zwei deutschen Frauen erstochen", sagt ein Manager des Hotels Zahabia im Zentrum Hurghadas. "Ich bin sehr bestürzt über dieses feige Verbrechen", sagte Gabriel am Samstag.

Der Konsul der deutschen Botschaft in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sowie ein Beamter des Bundeskriminalamtes wurden noch in der Nacht in Hurghada erwartet. Er habe die beiden persönlich gekannt. Beide seinen auch zu den Treffen der großen deutschen Gemeinde gekommen. Eine weitere Bekannte von ihm habe die Frauen nach der Tat identifiziert.

"Mein tiefes Beileid den Familien der Ermordeten".

Hurghada ist mit seinen mehr als 250 Hotelanlagen neben Scharm el Scheich das größte ägyptische Touristenzentrum am Roten Meer. Zuletzt jedoch ging es vor allem mit den deutschen Urlaubern wieder bergauf. Der Badeort ist vor allem für seine durchgängig warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt bekannt, weshalb Hurghada als wichtigstes Ziel für Tauchurlauber am Roten Meer gilt. Immer wieder kam es zu Anschlägen, die sich nicht nur gegen Sicherheitskräfte, sondern auch gegen Touristen richteten. Häufig waren Christen das Ziel. Dies soll dem naheliegenden Terrorverdacht entgegenwirken, denn Ägypten hat ein echtes Problem mit Extremisten: Seit Dezember wurden bei mehreren Selbstmordanschlägen und Angriffen auf die christliche Minderheit im Land mehr als 100 Menschen getötet.

Aber auch auf Touristen wurden bereits Anschläge verübt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) behauptete später, das Flugzeug mit 224 Menschen an Bord durch eine Bombenexplosion zum Absturz gebracht zu haben. Tatsächlich galten die Urlaubsgebiete am Roten Meer bis jetzt als weitgehend sicher. Der Tourismus machte in der Vergangenheit mindestens elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Jeder neunte Job in Ägypten ist direkt oder indirekt von Urlaubern abhängig. Er gehe davon aus, dass die ägyptischen Behörden alles Notwendige unternehmen. Reiseveranstalter bezeichneten Ägypten schon als das Trendziel für den Winter.

Comments