Zwei deutsche Frauen in Ägypten getötet

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Bei einem Messerangriff im ägyptischen Ferienort Hurghada sind Sicherheitskreisen zufolge zwei Ukrainer getötet worden. Dem ägyptischen Innenministerium zufolge war der Angreifer am Vortag von einem öffentlich zugänglichen Küstenstreifen aus an den privaten Hotelstrand geschwommen und mit dem Messer auf Touristengruppen losgegangen. "Wir haben nunmehr die traurige Gewissheit, dass zwei deutsche Frauen bei dem Angriff in Hurghada ums Leben gekommen sind", sagte eine Ministeriumssprecherin.

Das Auswärtige Amt in Berlin hatte zuvor nicht ausgeschlossen, dass Deutsche getötet worden seien. Der Angreifer sei festgenommen worden und werde verhört, teilte das ägyptische Innenministerium mit. Sein Motiv war zunächst unklar.

Sicher ist bislang nur, dass es bei dem Angriff zwei Tote und vier Verletzte gab. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte unter bis heute nicht geklärten Umständen am Flughafen Scharm el-Scheich eine Bombe in die Maschine geschmuggelt, die auf dem Weg nach Sankt Petersburg war.

Dem Manager eines der betroffenen Hotels zufolge wollte der junge Mann nach seinem Angriff auf Badegäste offenbar noch mehr Menschen erstechen. "Menschen sind gestorben. Das ist nicht einfach", sagt er nur.

Hurghada. Die Frauen konnten mit dem Angriff nicht rechnen. Nach der Flucht vom Strand des Zahabia Hotels habe er auch im benachbarten Hotel "El Palacio" nach Gästen gestochen, sagte der Manager des Gästehauses, Khaled Taha, der dpa.

In Ägypten kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Anschlägen, die sich nicht nur gegen Sicherheitskräfte, sondern auch gegen Touristen richteten. Weitere Details, beispielsweise über die Herkunft der Opfer, waren zunächst nicht bekannt.

Bei der Messerattacke wurden offenbar auch Badegäste aus Russland und Tschechien verletzt.

Nach dem verheerenden Bombenanschlag auf einen russischen Ferienflieger über Ägypten im Oktober 2015 gingen in der Stadt wie im gesamten Land die Buchungszahlen im Tourismus zurück. Im Juli 2005 starben bei einer Anschlagsserie im Badeort Scharm el Scheich 68 Menschen, unter ihnen auch westliche Touristen.

Kairo - Bei dem Messerstecher im ägyptischen Badeort Hurghada soll es sich einem Medienbericht zufolge um einen 27 Jahre alten Studenten handeln. Alle 224 Insassen kamen damals ums Leben. Die Dschihadisten operieren im Norden der Sinai-Halbinsel - einem militärischen Sperrgebiet, in dem sich die ägyptische Armee immer wieder heftige Gefechte mit den Extremisten liefert. Seit den 80er-Jahren sind mehr als 250 Hotelanlagen in dem ehemaligen Fischerdorf entstanden.

Örtliche Behörden melden, bei den Opfern handele es sich um Urlauberinnen aus Deutschland. Der Badeort ist vor allem für seine durchgängig warmen Temperaturen und die faszinierende Unterwasserwelt bekannt, weshalb Hurghada als wichtigstes Ziel für Tauchurlauber am Roten Meer gilt.

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