Eine Tote bei Oppositions-Referendum in Venezuela

Einstellen Kommentar Drucken

Die Abstimmung wurde teilweise von Gewalt überschattet.

Die Opposition in Venezuela hält heute ihre eigene Volksabstimmung ab. "Ich rufe euch auf, die Schritte bis zu eurem Wahllokal zu gehen und für Venezuela zu stimmen", ließ der zurzeit bekannteste Oppositionelle Leopoldo López über den Twitter-Account seiner Frau ausrichten. Als Mobilisierungserfolg galt die Marke von acht Millionen der rund 19 Millionen wahlberechtigten Venezolaner. Die Abstimmung sei ein Wendepunkt "in diesem Kampf zur Rückgewinnung der Demokratie in Venezuela", sagte Parlamentspräsident Julio Borges.

Die konservative und rechtsgerichtete Opposition hat im Parlament seit 2016 die Mehrheit und kämpft für eine Amtsenthebung des Staatschefs. Tausende Menschen stellten sich am Sonntag vor den Abgabestellen an, schwenkten venezolanische Flaggen und skandierten "Freiheit". Maduro lehnt das rechtlich nicht bindende Referendum als illegal ab. Es hat bisher viel Kritik im Inland ausgelöst - ohnehin schon bestehende Proteste gegen die sozialistische Regierung haben sich noch verschärft. Medienberichten zufolge griffen in der Gemeinde Catia regierungsnahe bewaffnete Milizen, sogenannte "Colectivos", Bürger an. Fernsehaufnahmen zeigten Menschen, die in Panik vor den Schüssen flohen. Es seien Ermittlungen eingeleitet worden. "Ich bitte die Opposition, dass wir in Respekt auf die Verfassung zu Frieden zurückkehren, uns zusammensetzen und reden", sagt er. "Lasst uns eine neue Gesprächsrunde, einen Dialog des Friedens, beginnen". Auch die Anhänger der Regierung konnten am Sonntag zur Wahl gehen.

Den Wählern werden drei Fragen gestellt: Ob sie die verfassungsgebende Versammlung ablehnen, ob sie befürworten, dass die Streitkräfte die bestehende Verfassung verteidigen und ob sie Wahlen vor dem Ende von Maduros Amtszeit im Jahr 2018 wollen.

Die Opposition hatte die Volksabstimmung aus Protest organisiert.

Der mexikanische Ex-Präsident Vicente Fox, Costa Ricas frühere Staatschefs Laura Chinchilla und Miguel Angel Rodriguez, Andres Pastrana aus Kolumbien sowie der Bolivianer Jorge Quiroga würden am Samstag in Caracas eintreffen, verkündete am Donnerstag die Oppositionsabgeordnete Maria Corina Machado. Außerdem fordert sie die Freilassung Hunderter inhaftierter Regierungskritiker. Mehr als 90 Menschen sind seit Anfang April bei massiven Straßenprotesten gegen die Regierung gestorben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juli 2017 um 01:50 Uhr.

Comments