Judendeportation 1942: Netanjahu bei Gedenken in Paris

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Der französische Präsident und Israels Ministerpräsident haben gemeinsam an die größte Massenfestnahme von Juden in Frankreich während des Zweiten Weltkrieges erinnert. Fast alle der anschließend deportierten Menschen wurden in den NS-Vernichtungslagern ermordet, weniger als 100 kehrten nach dem Krieg zurück.

Bei der Veranstaltung zum 75. Jahrestag der "Razzia vom Vél d'Hiv" wollen Benjamin Netanjahu und Emmanuel Macron an der Pariser Gedenkstätte Blumen ablegen. Das Foto stammt allerdings schon vom Mai 1941. Nicht einmal der sozialistische Präsident François Mitterrand, der den Gedenktag 1993 einführte, sah eine Rechenschaftspflicht der Republik für die Verbrechen. Erst sein Nachfolger, der Gaullist Jacques Chirac, gestand zwei Jahre später ein: "Ja, jeder weiß es, der kriminelle Wahnsinn der Besatzer wurde von Franzosen unterstützt, durch den französischen Staat".

Vergangenen April hatte die Rechtspopulistin Marine le Pen während ihres Präsidentschaftswahlkampf für Empörung gesorgt, indem sie erklärte, Frankreich sei für die Judendeportation nicht verantwortlich.

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung kommen Macron und Netanjahu zu Gesprächen im Élyséepalast zusammen. Macron widersprach dieser Behauptung ausdrücklich. Das Velodrome d'Hiver war bereits 1959 abgerissen worden. Er erwähnte dabei die französischen Kollaborateure mir den Nazis, dankte aber auch im Namen des Jüdischen Volkes jenen Franzosen, die damals während der deutschen Besatzung Juden das Leben gerettet hatten.

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