Wieso fühlt sich China von Winnie Pooh bedroht?

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Der Grund: Zu viel Ähnlichkeit mit einer bestimmten Person.

Im Jahr 2015 war ein Bild, auf dem der Bär auf einem Spielzeugauto sitzt, das meistgelöschte Foto in China.

Die Kinderbuchfigur, die auch über Comics weite Verbreitung fand, ist in den vergangenen Tagen weitgehend aus sozialen Internet-Netzwerken der Volksrepublik verbannt worden. Beobachter mutmaßen jedoch, dass die Flut von Grafiken, in denen Präsident Xi Jinping mit Winnie Pooh verglichen wird, dafür verantwortlich ist.

Wenn man nun bedenkt, dass Pus Schöpfer, der Kinderbuchautor A.A. Milne, den honigsüchtigen Bären als ein Wesen "von sehr geringem Verstand" beschrieb, liegt die Vermutung nahe, dass die Montagen bei der chinesischen Führung nicht gut ankamen.

Im Kurzbotschaftendienst Weibo wurden Nachrichten mit den chinesischen Charakteren aus der Story um den Bären mit dem Originalnamen Winnie-the-Pooh noch weiterverbreitet.

Bildmontagen, in denen Präsident Xi mit dem Bären Pooh in Verbindung gebracht wurden, tauchten schon 2013 in den sozialen Netzwerken in China auf: Xi wurden zusammen mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama auf einem Spaziergang gezeigt, daneben Pooh der Bär in einer fast identischen Pose mit seinem Kompagnon Tigger. Eine offizielle Begründung für die Zensur gegen Pooh gab die chinesische Führung allerdings nicht bekannt. Darin enthalten war ein Hinweis, es handle sich um "illegalen Inhalt". Im sozialen Netzwerk WeChat wurden Pu-Sticker aus der offiziellen Sticker-Galerie gelöscht. Angesichts der jüngsten Zensurmassnahmen testen viele Mediennutzer die noch verbliebenen Spielräume aus.

Seit Montag beschweren sich die User über die Verbannung des Bären und protestieren, indem sie die Phrase "oh, bother" posten.

Bildlegende: Ein User bei Weibo schreibt: "Was hat dieser kleine Honigbär je getan, um andere zu provozieren?"

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